Piko (GĂźtzold) DR V180/118 (DDR)

Die V180 der Reichsbahn kann man als Pendant zur V200 der Deutschen Bundesbahn sehen. Ihre Entwicklung war ähnlich, ihr konstruktiver Aufbau, ihr Aussehen und sie waren beide Aushängeschilder der beiden Bahnen.

Die Deutsche Reichsbahn begann bereits 1953 den Bau von Großdiesellokomotiven bei der Industrie einzufordern, denn es wurde ein Bedarf von 700 bis 800 Lokomotiven gesehen. So entstanden bei dem Lokomotivbau „Karl Marx“ Babelsberg (LKM) Entwürfe, die dann zu der Mehrzwecklokomotive der Baureihe V180 (später 118, bzw. 228 nach der Wiedervereinigung) führten. Die Lokomotive hatte die Achsfolge B´B´ und zwei Motoren mit je 900 PS mit hydraulischer Kraftübertragung. Die ersten Probelokomotiven (V180 001 bis V180 004) entstanden ab 1960, die Serienlokomotiven der Baureihe V180.0 wurden ab 1963 bis zur V180 087 ausgeliefert. Da die beiden ersten Maschinen nicht übernommen wurden, gab es 85 Exemplare der ersten Serie bei der DR.

Vorbild

118 075-1 im September 2000 im Verkehrsmuseum Berlin

118 104-9 am 21.08.1991 in Cottbus

118 108-0 mit Sparstreifen am 30.08.1992 in DĂśbern

Ab 1965 wurde eine weitere Serie als Baureihe V180.1 (118.1) abgeliefert (82 Serienlokomotiven), welche stärkere Motoren mit je 1.000 PS erhalten hatten. Diese unterschieden sich sonst prinzipiell zuerst nicht von der Vorgängerserie. Jedoch noch in den 1960er Jahren wurden bei den V180.1 die beiden äußeren Maschinenraumfenster durch Mehrfachdüsen-Lüftergitter ersetzt.

Die folgende Serie, welche als V180.2 bis V180.4 mit ßber 200 Exemplaren in Dienst kam, hatten im Gegensatz zu den Vorgängern nun zwei dreiachsige Drehgestelle erhalten. Dadurch konnte die relativ hohe Achslast reduziert werden und die Maschinen konnten nun freizßgiger auch auf Nebenstrecken eingesetzt werden.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die drei Exemplare (V180 059, 131 und 203), die versuchsweise Vollsichtkanzeln aus glasfaserverstärktem Polyester erhielten. Optisch waren diese Fronten zwar beeindruckend, aber im Betrieb bewährten sie sich nicht, so dass es bei diesen drei Einzelstücken blieb, die aufgrund ihres Aussehens auch „Schlägermützen“ genannt wurden, bzw. die beige/blaue Version auch “Starfighter”..

Im Rahmen einer neuen Motorisierung in den 1970er und 1980er Jahren erhielten fast alle Maschinen stärkere Motoren und dabei wurden die Ordnungsnummern erhÜht. So entstanden die Baureihen 118.5 (ex 118.0), 118.6 bis 118.8 (ex 118.2 bis 118.4). Die Lokomotiven der Serie 118.1 hatten ja bereits bei der Ablieferung stärkere Motoren erhalten, daher wurden sie bei der Remotorisierung nicht berßcksichtigt.

Die V180/118 war danach über Jahrzehnte von den Gleisen der Deutschen Reichsbahn nicht wegzudenken. Ihr Aufgabengebiet reichte vom Regierungszug bis Güterzügen. Viele Maschinen erlebten auch noch den Zusammenschluss der DR und DB und die Epoche der Deutschen Bahn AG. Danach jedoch verabschiedeten sich die nun als 228 bezeichneten Großdieselloks schnell aus dem Dienst. Einige fanden jedoch ein neues Tätigkeitsfeld bei privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen und wieder andere sind in Museen oder bei Vereinen erhalten geblieben.

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