So, hier kommen wir nun zu den Details der E645/E646. Ich habe in endlosen Stunden das zusammengetragen, was mir aufgefallen ist und natürlich auch, was sich im Lauf der Produktion geändert hat. Dabei habe ich das diesmal nach den verschiedenen Serien (“Generationen”) der Lok getrennt, damit es einigermaßen übersichtlich bleibt. Ich erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bin über alle Hinweise zu weiteren Details froh.

Lima FS E645/E646

Details

   Die erste Generation

Die Lima E645/E646 stammt aus den 1960er Jahren. Daher unterscheidet sich ihr grundsätzlicher Aufbau auch nicht von anderen Limamodellen dieser Zeit. Es ist ein einfaches Modell, welches aber das Vorbild gut traf und das charakteristische Aussehen widerspiegelte. Gehäuse und Rahmen bestehen aus Kunststoff und die meisten Details sind angegossen Die Fenster sind lediglich hinterlegt und die kurzen Stummelpuffer sehen nicht gerade überzeugend aus. Dazu kommt eine gewisse Hochbeinigkeit, welche jedoch bei Weitem nicht so sehr auffällt, wie bei der späteren E656 von Lima. Im direkten Vergleich zu den vollständig überarbeiteten Modellen der 3. Generation kann man es zwar feststellen, aber mehr als vielleicht 2 mm sind das in der Höhe dann doch nicht.

Dafür ist das Modell limatypisch grundsolide gefertigt und der Rundmotor läuft selbst noch nach Jahrzehnten und wenn nicht, kann man ihn mit neuen Bürsten und einer Reinigung in fast allen Fällen wieder aktivieren.

Was man hier einfach auch einmal erwähnen sollte und was auch für andere Modelle von Lima dieser Zeit gilt ist, dass der Kunststoff auch nach Jahrzehnten noch immer eine Flexibilität besitzt und scheinbar nicht oder kaum versprödet. Wenn ich mir da überlege, was es schon für Modelle namhafter Hersteller gab, deren Kunststoff nach wenigen Jahren praktisch zerbröselte, da hat Lima offenbar die richtige Mischung gehabt. Ich hoffe, das bleibt noch lange so.

Lokgehäuse

Das Vorbild besitzt zwei unterschiedliche Seiten, was Lima auch immer berücksichtigt hat. Daher sind die beiden Gehäuseteile auch unterschiedlich gestaltet, es ist also auch nicht nur eine spiegelbildliche Darstellung. So findet man beim Vorbild auf der linken Lokseite 6 Maschinenraumfenster und darunter 10 Lüftungsschlitze und auf der rechten Lokseite 3 Maschinenraumfenster, dann 2 Lüftungsgitter und wieder 2 Fenster. Darunter dann 4 Lüftungsschlitze, 2 Klappen, ein großes Lüftungsgitter und einen weiteren Lüftungsschlitz. Die linke und rechte Lokseite ergeben sich aus der Kennzeichnung des vorderen Gehäuseteils mit dem kleinen Buchstaben “A” unten neben der Führerstandstüre. Dieses findet man eben auf der Lokseite mit 6 Maschinenraumfenstern links.

Oder man sollte es da finden, denn da sind wir aber auch schon bei einer kleinen Unstimmigkeit beim Modell, denn der Druck des Buchstabens “A” und der Gewichte wurde beim Modell fast immer (von der Seite betrachtet) rechts aufgebracht. Das stimmt dann so eben nur bei der Seite mit den Lüftern in der oberen Seitenwand (beim unteren Foto). Teilweise, je nach Version, fehlt dieser Druck aber auch gänzlich.

Eine überraschende Ausnahme ist dabei jedoch die braune E645 080 der letzten Auflage. Da ist die Beschriftung mit dem “A” doch tatsächlich bei einer Vielzahl von Modellen korrekt aufgedruckt worden.

Die linke Lokseite (das vordere A-Gehäuseteil ist links)

Die rechte Lokseite (das vordere A-Gehäuseteil ist rechts)

Beschriftung/Bedruckung

Die seitliche Beschriftung wechselte auch hin und wieder die Farbe. Gelb war häufig, aber auch silbern oder weiß konnte man feststellen. Wenn wir schon bei der seitlichen Beschriftung sind, dann blicken wir auf die seitliche kleine Loknummer auf dem linken Gehäuseteil. Egal ob es die braune E645 oder die grün/graue E646 ist, dort steht immer erhaben ausgeführt “E646 060”. Bei der letzten Serie der braunen E645 080 wurde dieses Schild jedoch nicht mehr erhaben ausgeführt, aber die falsche Bedruckung blieb, soweit ich dies entziffern kann.

Seitliche Loknummer der E645 080 der ersten Auflage

Seitliche Loknummer der E645 080 der letzten Serie

Die Betriebsnummer der Lok findet man auch an den Fronten. Dort sogar gleich zweimal, nämlich auf der Pufferbohle und dann in der Mitte der Front unterhalb dem FS-Logo. Es soll vorgekommen sein, dass es dabei Unstimmigkeiten gab und diese beiden Nummern nicht identisch waren (braune E645 080 mit E646 060 auf der Pufferbohle). Ein Beispiel kann ich derzeit aber hier noch nicht im Bild zeigen, daher ist dies noch fraglich und eine Vermutung aufgrund von einem Hinweis. Bei der Limakopie von Paya hat man das aber zur Perfektion gebracht und sowohl E645 080 wie auch E645 060 angeschrieben (siehe die spezielle Unterseite).

Stromabnehmer

Pufferbohle

Die Fronten der E645 und E646. Unterschiedliche Loknummern unter dem FS-Logo und auf der Pufferbohle bei einer Lok - gab es das?

Die Stromabnehmer änderten sich auch mit den Jahren. Ursprünglich war die Ausführung ganz in Metall auf den Dächern, die sehr dem damaligen Märklin Stromabnehmer ähnelte. Später kam bei den Modellen ohne Oberleitungsfunktion der Stromabnehmer mit der schwarzen Unterschere aus Kunststoff zum Einsatz und schließlich wurde die Unterschere aus rotem Kunststoff gefertigt. So richtig vorbildgetreu war aber keiner.

Die Modelle der E645 080 und E646 060 der 1. Generation kann man aufgrund einiger Details auch noch in zwei, eigentlich sogar drei Untergruppen trennen. Vermutlich 1978 kam es zu einer ersten Überarbeitung des Gehäuses, die man vor allem an zwei sehr offensichtlichen Merkmalen feststellen kann. So war bisher die rote Pufferbohle ein klares Rechteck. Nun wurde sie im unteren Bereich zwischen den Puffern nach oben ausgeschnitten. Dies diente dazu, dass der Kupplungsbügel der Universalkupplung weiter nach oben ausschwenken konnte und dadurch das Ankuppeln erleichtert wurde. Außerdem stellt man bei fast allen “alten” Modellen fest, die im Anlagebetrieb waren, dass mit der Zeit die Bügelkupplung den Zughaken an der Pufferbohle abgeschürft hat.

Apropos Kupplungen. Die frühe Version wurde von Lima auch mit NMRA (X2F Horn-Hook) Kupplungen für den US-Markt hergestellt, möglicherweise auch mit Fleischmann-Kupplungen für den schwedischen Markt.

Griffstangen

Die andere Änderung betraf die Griffstangen der Führerstandstüren. Bisher waren diese aus Draht und in Löcher eingesteckt. Diese durchaus ansprechende und freistehende Lösung wurde aufgegeben und von nun an waren die Griffstangen angegossen, was vermutlich den Produktionsaufwand verkleinerte, die Optik aber verschlechterte. Zudem gingen die nun angegossenen Griffstangen nicht über die erhabenen Zierstreifen, sondern waren dort ausgesetzt.

Übergang

Weniger auffällig war bei dieser Überarbeitung noch die Änderung des Übergangsgummis zwischen den beiden Lokhälften. Dieser war nun nicht mehr aus flexiblem Gummi (Foto links), sondern aus hartem Kunststoff (Foto rechts) gefertigt, er erhielt zudem eine feinere Struktur.

Die E645 080 der letzten Auflage

Als dritte Untergruppe kann man die braune E645 080 der letzten Auflage ab ca. 1982 betrachten. Die grün/graue Version wurde ungefähr in dieser Zeit durch die Version mit dem modernisierten Kasten der Wendezugversion “Navetta” (mehr Lüftungsgitter) ersetzt und entfiel. Die braune E645 erfuhr diese Änderung jedoch passend zum Vorbild nicht. Es folgte hier aber im Modell eine Überarbeitung. Dabei wurden die Griffstangen der Führerstandstüren jetzt in der Gussform durchgängig gestaltet. Außerdem erhielten die Maschinenraumfenster einen dünnen erhabenen Fensterrahmen, der zudem silbern lackiert wurde. Auch die kleinen seitlichen Lok- und Fabriknummerntafeln waren nicht mehr erhaben ausgeführt, sondern nur noch bedruckt, dies aber rot unterlegt, wie schon weiter oben gezeigt. Bei diesem Modell stimmte zudem jetzt die Anbringung der Kennzeichnung des vorderen Lokteils mit dem Buchstaben “A” auf beiden Seiten. Dies trifft wohl überwiegend zu, allerdings sah ich auch schon solche Modelle, die das “A” dann gleich 4x aufgedruckt hatten.

Die durchgehenden Griffstangen bei der E645 080 der letzten Serie

Hier der Unterschied der Maschinenraumfenster ohne und mit Rahmen (bei der E645 080 der letzten Serie)

Drehgestell

Blicken wir jetzt noch unter das Gehäuse auf die Drehgestelle. Das Modell bildet die Drehgestelle vom Typ U 1250 nach und dies richtig gut. Die  wesentlichen Merkmale sind vorhanden, besonders die drei Federpakete. Ich konnte hier keine Veränderungen feststellen. Lediglich beim Blick von unten kann man sehen, dass die Blende des Antriebsgestells einer kleinen Veränderung unterlag und die ursprünglich aufgeschraubte Metallabdeckung durch die veränderte Blende ersetzt wurde.

Öffnen des Gehäuses

Nach diesen äußeren Details wird es Zeit, die E645/E646 auch einmal von innen anzusehen. So stellt sich zuerst die Frage, wie man das Gehäuse vom Rahmen abheben kann. Rastnasen oder Gehäuseschrauben findet man auf den ersten Blick nämlich keine und auch die Dachaufbauten sind nicht zum Ausklipsen geeignet (wie bei der Lima E444). Die Lösung ist ganz einfach. Man legt die Lok auf den Kopf und dreht das mittlere Drehgestell ca. 50 Grad nach links oder rechts. Hierzu muss mann evtl. ein wenig Kraft aufwenden, da die Spurkränze am unteren Gehäuserand anstoßen. Dann aber sieht man wunderschön die beiden Schlitzschrauben, die man nun durch die Drehgestellblende hindurch herausdrehen kann. Diese halten Gehäuse und Rahmen zusammen.

Jetzt aber bitte unbedingt auch noch an den Fronten von unten kontrollieren, ob hier die Puffer unter die Bodenplatte ragen und diese dort fixieren. dann sind zum Teil auch die Puffer noch wie Schrauben herauszudrehen. Ja, nicht nur ziehen, sondern drehen, denn sie haben am Ende kleine Gewinde, die sie in der Pufferbohle halten. Klar, ist das Gewinde mal ausgenudelt, ist es egal, aber falls nicht, dann drehen, nicht ziehen. Zum Teil sitzen diese Puffer sehr fest und dann ist es sinnvoller, sie nicht mit Gewalt aus der Pufferbohle zu wuchten, sondern einfach das Gehäuse (nach dem Lösen der Bodenschrauben) mittig leicht anzuheben und zu den Fronten hin zu verschieben. Mit Gefühl geht das auch ohne Probleme.

Innenleben

Das Innenleben ist dann ohne besondere Überraschungen. Der Lima Rundmotor treibt ein Enddrehgestell an. Dort wird auch von einer Schiene der Strom abgenommen. Das andere Enddrehgestell dient der Stromabnahme von der anderen Schiene. Das mittlere Drehgestell hat hier keine Funktion. Hier wäre also genügend Potential gewesen, die Stromabnahme zu verbessern, was leider nicht genützt wurde. So ist dies leider, wie bei allen Limamodellen der damaligen Zeit, ein ziemlicher Kritikpunkt.

Die erste Ausführung des Innenlebens. Die Beleuchtung ist an den Lokenden in kleine Gewichte eingesetzt. In der Lokmitte unterstützt eine kleine Metallplatte die Stabilität.

Bei der späteren Ausführung saß die Beleuchtung auf Kunststoffstützen, im nicht angetriebenen Teil war eine zusätzliche Metallplatte für das Gewicht eingesetzt. Genau diese Konstruktion wurde dann auch bei dem Modell der E656 unverändert verwendet.

Hier nochmals im Detail: Die frühen Modelle der E645/E646 erhielten für die Lichtfunktion an den Lokenden kleine Gewichte, in welche die Glühbirnen eingesetzt waren und die das Licht damit auch gut nach oben hin abschirmten. Da gab es sogar zwei unterschiedliche Ausführungen. Bei der vermutlich älteren waren Lötfahnen für die Kabel auf dem Gewicht aufgeschraubt (Foto unten links), danach erfolgte die Verbindung durch direktes Anlöten an der Glühbirne (Foto rechts).

Ab ca. 1978 wurde dies vereinfacht und es kamen nur noch die Kunststoffstützen als Glühbirnenhalter zum Einsatz (Foto unten rechts), die dann auch den Führerstand ausleuchteten, auch wenn man dies nicht wollte. Im nichtangetriebenen Lokteil wurde zur Gewichtserhöhung dafür eine Metallplatte eingesetzt.

Wenn wir schon beim Gewicht sind, dann bringt die Lima E645/E646 ca. 350 Gramm auf die Waage. Da Rahmen und Gehäuse komplett aus Kunststoff sind, liegt dies vor allem an dem großen Gewichtsblock im angetriebenen Lokteil. Hier musste ich bei der E645 080 der letzten Auflage ab 1982 feststellen, dass auch hier das Gewicht ein Eigenleben entwickelt und sich ausdehnt. Daher ist für die Besitzer Vorsicht geboten und gelegentliche Nachschau, bevor das Gewicht das Kunststoffgehäuse nach außen verbiegt. Eine Metallfeile bringt den Block wieder auf das Normalmaß. Weitere Details zu diesem Effekt habe ich ja bereits in einer eigenen Unterseite im Modellbahnwahn beschrieben.

Der Lima Rundmotor wirkte auf ein Enddrehgestell. Er gehört zu den fast schon unverwüstlichen Antrieben, ist aber nicht mit modernen Antriebskonzepten zu vergleichen.

Der Blick in ein Gehäuseteil hinein zeigt den einfachen Aufbau.

   Die zweite Generation

Lokgehäuse

Ab 1983 brachte Lima eine neue Auflage der E646 auf den Markt, die ich hier als “zweite Generation” benannt habe. Beim Vorbild wurden bereits ab Anfang der 1980er Jahren E646 für den Wendezugbetrieb umgebaut. Optisch auffällig entfielen dabei die erhabenen Zierleisten und es wurden zusätzliche Lüfter im oberen Bereich der Seitenwände eingebaut. Zusätzliche Fenster und Kühlschlangen in den Dachschrägem veränderten das Erscheinungsbilder weiter. Dies wurde von Lima bei der Überarbeitung des Modells berücksichtigt, welches 1993 in grün/grau und in der Nahverkehrsfarbgebung “Navetta” auf den Markt kam und die E646 060 der ersten Generation ersetzte.

Die linke (oben) und die rechte (unten) Lokseite der E646 049. Deutlich sind die Veränderungen bei den Lüftern. Aber auch das Fenster und die Kühlschlange in der Dachschräge fallen auf.

Umschalter Ober-/Unterleitung

Bei den Modellen der ersten Generation gab es zwar funktionsfähige Stromabnehmer, aber ich hatte jetzt noch kein Modell in der Hand, bei dem auch ein Umschalter eingebaut war. Auf den ersten Blick findet man bei der ersten Generation auch gar keine Löcher im Dach, wo der Umschalter seinen Platz finden könnte.

Anders ist dies bei dieser zweiten Generation. Hier ist in beiden Gehäuseteilen kurz hinter den Stromabnehmern bereits ein Loch vorgesehen, in das der Umschalter von innen gesetzt werden kann. Der Stromabnehmer ähnelte nun wieder stark den Modellen der frühen Ausführung.

Der Umschalter für die Ober-/Unterleitung wird von innen mit der Befestigungsschraube des Stromabnehmers an das Dach geschraubt.

Bei der E646 049 in Navetta wurde der Fenstereinsatz zudem aus leicht bläulichem Kunststoff gefertigt, was von außen aber kaum auffällt.

Dachdetails

Weitere Änderungen betrafen den Dachbereich. So wurden hier nun Dachfenster in die Schräge eingesetzt und eine Kühlschlange kam ebenfalls auf das Dach. Es ist übrigens vorbildgerecht, dass auch unter der Kühlschlange ein weiteres Fenster vorhanden ist, auch wenn man dies kaum sehen kann. Das Signalhorn wurde jetzt ebenfalls berücksichtigt und als ein einsteckbares Kunststoffteil ausgeführt. Neben den Stromabnehmern, an der Dachkante, wurde zudem die Griffstange jetzt deutlich länger angegossen, aber auch die kurze Ausführung der ersten Generation kann man bildlich nachvollziehen.

Etwas inkonsequent war die Umsetzung einer weiteren Veränderung beim Vorbild. So entfiel beim Umbau auf die Wendezugversion der links oberhalb der Führerstandstüre angebrachte Hahn in der Druckluftleitung für die Notabsenkung der Stromabnehmer. Dieser wurde ab ca. Mitte der 1980er Jahre innen angebracht. Dies wurde bei der Überarbeitung auch berücksichtigt, jedoch blieben die angravierten Dachleitungen erhalten und endeten jetzt sozusagen im Nichts. Das ist aber nur eine Kleinigkeit, die vielen vermutlich gar nicht auffällt, aber wir sind ja hier bei den “Details”.

Beschriftung

Bei der Beschriftung/Bedruckung fällt auf, dass diese nun etwas umfangreicher und feiner war und auch den Rahmen umfasste. Nur mit der Kennzeichnung des vorderen Führerstandes mit dem “A” hatte man bei der grün/grauen E646 153 gewisse Probleme. Dies wurde bei dem mir vorliegenden Modell dieser Lok nämlich einfach an jeder Seite und jeder Ecke aufgedruckt. Bei der E646 049 Navetta ist dies dann aber aufgefallen und diese trug zum ersten Mal das “A” auf beiden Seiten an der richtigen Stelle, also beidseitig am gleichen Gehäuseteil.

Pufferbohle/Lampen

Die Pufferbohle erhielt nun wieder die Form  ohne den Ausschnitt.

 Dabei wurde sie auch leicht in den Details verändert. Insbesondere fehlte nun der Zughaken.

Auf dem Foto ist auch gut neben dem rechten Scheinwerfer die neue Griffstange für den Rangierer zu sehen, die nun an allen 4 Lokecken bei der Gussform berücksichtigt worden war.

Die Stirnlampen erhielten nun nach außen stehende Hülsen, was früher nur durch die herausstehenden Lichtleiter dargestellt wurde.

Unterseite

Eigentlich alles wie gehabt, aber bei den nicht angetriebenen Drehgestellen wurde die Unterseite jetzt nicht mehr mit einer Metallplatte, sondern mit einem Kunststoffteil abgedeckt.

Innenleben

Geöffnet werden auch diese Modelle, wie bereits weiter oben ausführlich beschrieben. Es gab auch im Inneren der Modelle der E646 153 und E646 049 keine gravierenden Veränderungen. Der Aufbau bliebt zu den Vorgängermodellen fast gleich. Festzustellen ist lediglich, dass nun in jedem Lokteil ein fast würfelförmiges Metallgewicht für die notwendige Bodenhaftung sorgte. Das Gussgewicht und die Metallplatte der Vorgängerserie waren entfallen. Dadurch ist diese Serie mit ca. 310 Gramm ungefähr 40 Gramm leichter als die Vorgängerinnen der ersten Generation. Auch dieses Fahrgestell wurde parallel bei der Lima E656 verwendet.

   Die dritte Generation

Die dritte Generation der E645/E646 wurde von Lima als “überarbeitete Neuauflage” bezeichnet, also nicht als vollständige Neukonstruktion o. ä.. Also schauen wir uns das neue Modell an, was denn hier von den früheren Versionen übernommen wurde und was nicht. Ich meine, man kann diese Frage ziemlich einfach beantworten. Technisch haben wir hier ein völlig neues Innenleben mit Gussrahmen, Mittelmotor, Schwungmasse und Kardanantrieb auf 4 Achsen. Optisch jedoch haben wir als Grundlage das Gehäuse der zweiten Generation, also von der E646 153 und E646 049, bzw. bei der nicht modernisierten Version das Gehäuse der E645 080 der letzten Auflage der 1. Generation, was lediglich optisch leicht verändert wurde und angesetzte Zurüstteile erhielt.

Lokgehäuse

Die Verwendung des alten Gehäuses war sicher auch eine kaufmännische Überlegung, da durch eine vollständige Neukonstruktion erhebliche Kosten entstanden wären. Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, wie gut das Gehäuse schon vor Jahren gestaltet worden war, so dass es jetzt mit nur geringen Veränderungen weiter Verwendung finden konnte. Zu den Veränderungen, die mir bisher aufgefallen sind, kommen wir jetzt im einzelnen.

Es fallen zuerst die verschiedenen beiliegenden oder bereits angesetzten Zurüstteile auf, die den Gesamteindruck erheblich verbessern. Das sind die Scheibenwischer, die Frontgriffstange und die Griffstangen für den Rangierer.

Dachdetails (1)

Auf dem Dach kamen ebenfalls angesetzte Griffstangen dazu, die Signalhörner wurden vorbildlich kleiner gestaltet und die Druckluftpfeifen ergänzten den guten Eindruck. Die mittige Dachleitung zwischen den Stromabnehmern wurde jetzt ebenfalls freistehend aus schwarzem Kunststoff ausgeführt. Darunter erkennt man aber noch die früher angegossene Leitung, wenn man genau hinblickt.

Umschalter Ober-/Unterleitung

Diese freistehende Leitung war wohl auch der Grund, warum der Umschalter für die Ober-/Unterleitung nun nicht mehr mittig platziert wurde, sondern seitlich versetzt wurde.

Stromabnehmer (1)

Der Lima Universalstromabnehmer wurde gegen eine vorbildorientiertere Ausführung getauscht, die den Typ 52 der FS gut wiedergab. Nur leider läuft die Querstrebe der Oberschere auf dem hier gezeigten Foto spiegelverkehrt. Dies wurde aber wohl sehr schnell bemerkt und die überwiegende Mehrzahl der Modelle hat die “richtige” Version auf dem Dach, bei dem die Querstrebe von links unten nach rechts oben läift.

Fenster/Führerstand

Eine weitere optische Verbesserung waren die jetzt eingesetzten Fenster, welche bündig mit dem Gehäuse abschlossen. Dabei wurde dem Modell auch eine Führerstandseinrichtung spendiert, die zwar nur sehr einfach war, aber besser als der Blick in die Lok hinein.

Übergang

Auch der Übergang zwischen den beiden Lokhälften wurde überarbeitet und erhielt deutlich mehr und feinere “Rillen”.

Drehgestellblenden

Die Drehgestellblenden wurden ebenfalls von dem Vorgängermodell übernommen, aber auch diese wurden etwas überarbeitet. So wurden die Sandkästen größer und es wurden verschiedene Leitungen zu den Achslagern nachgebildet.

Pufferbohle

Die Pufferbohle wurde wieder ohne Ausschnitt gestaltet, erhielt dafür einige Bohrungen, in die Zughaken und Bremsleitungen eingesetzt werden konnten. Die bisher angespritzten Pufferhülsen wurden aufgegeben und dafür bildeten die Pufferhülsen jetzt die Einsteckpuffer aus Kunststoff  nach. Endlich waren dadurch auch die Pufferteller in der Größe deutlich vorbildgerechter geworden.

Rangiertritte/Lampen

Neben den neuen Zurüstteilen kann man aber auch kleine Formänderungen feststellen. Dies betraf zum Beispiel die Rangiertrittstufen seitlich an der Pufferbohle. Diese wurden nun deutlich größer dargestellt, was dem Vorbild entsprach. Ebenso wurden die Stirnlampen verkleinert und veränderten das Erscheinungsbild weiter positiv. Allerdings kommen mir der Hülsen der Lampen ein wenig zu dick vor, sie müssten etwas dünner sein, aber das ist nur mein Eindruck, kein Messergebnis.

Dachdetails (2)

Eine weitere Formänderung konnte man auf dem Dach feststellen. Die Modelle, welche die nicht modernisierte Kastenform wiedergaben, behielten die angespritzten Leitungen rund um die Stromabnehmer und entsprachen dort den Modellen der 2. Generation. Bei den modernisierten Kastenvarianten wurde im Gegensatz zur 2. Generation jetzt aber das Dach aufgeräumt und vorbildgetreu gestaltet. Dies bedeutete, dass die Leitungen überwiegend verschwunden waren.

Es gab hier also zwei unterschiedliche Dachgestaltungen bei der 3. Generation.

Die zweite Auflage der dritten Generation

Lima brachte innerhalb kürzester Zeit bei diesen Modellen eine 2. Auflage heraus, die neue Loknummern trugen. Dabei wurden die Modelle nochmals geringfügig überarbeitet. Dies betraf die E645 braun, die E646 Version in Navetta, sowie die beiden grün/grauen E646 mit altem und modernisiertem Kasten. Die Treno Azzurro Version wurde nicht mit einer neuen Loknummer heraus gebracht, denn dieses Modell stammte eigentlich schon aus der veränderten 2. Auflage.

Dachdetails (3)

Bei der 2. Auflage konnte ich bisher nur sehr geringe Veränderungen feststellen. Vor allem war dies eine erneute Verschiebung des Dachlochs für die Ober-/Unterleitungsumschaltung. Dieser wurde nun wieder mittig direkt hinter den Stromabnehmer gesetzt, was deutlich weniger auffällig war.

Es scheint außerdem so, dass nun die angegossene mittige Dachleitung zwischen den Stromabnehmern (unterhalb der freistehenden Dachleitung) entfernt wurde. Dies schließe ich aus dem einen Modell der 2. Auflage, welches mir vorliegt. Lustigerweise hat das aber diese Bereinigung nur auf einer Gehäusehälfte. Dieses Modell der 2. Auflage hat auch keine Kunststoffpuffer mehr, sondern solche aus Metall. Da ich das Modell gebraucht gekauft habe, kann ich aber noch nicht sicher sagen, ob das auch eine Veränderung war oder ein Vorbesitzer die Puffer getauscht hat.

Links der Dachaufbau ohne die angegossenen Leitungen darunter, rechts mit der alten Leitungsnachbildung. Beide Fotos stammen vom selben Modell.

Wenn man dann die Modelle genau von der Seite betrachtet, stellt man fest, dass die Dachaufbauten kleine Entlüftungsschlitze besitzen. Während alle früheren Modelle hier 8 kleine Schlitze besaßen, wurde dies bei der E646 037 und der folgenden 2. Auflage in nur noch 4 längere Schlitze geändert. Es ist schwierig, dies auf Vorbildfotos auszumachen, aber es sieht so aus, dass auch diese Änderung mit dem Vorbild stimmig war.

Stromabnehmer (2)

Außerdem wurden verbesserte Stromabnehmer verwendet, bei dem die Oberschere nach oben hin schmäler zulief und das Schleifstück war deutlich stärker ausgerundet und leicht verändert.

Innenleben

Ich hatte schon erwähnt, dass das Innenleben nicht mit den Vorgängermodellen vergleichbar war, also schauen wir uns das jetzt auch einfach einmal an. Dazu beginnen wir wieder mit der Frage, wie man das Gehäuse öffnet. Dies geht ähnlich wie bei den Vorgängermodellen, aber etwas einfacher. Beim Blick von unten erkennt man sofort die vier Schrauben, welche nun zugangsfreundlich zwischen den Drehgestellen zu sehen sind. Die müssen einfach nur herausgedreht werden und dazu müssen die vier Puffer vorsichtig herausgezogen werden, da diese an den Fronten das Gehäuse auf dem Rahmen fixieren. Danach können die Gehäuse nach oben abgenommen werden. Dies bitte vorsichtig, denn ein Kabel verbindet die Stromabnehmer mit der Platine. Ist es ab, heißt es den Lötkolben anwerfen. Das ist zwar auch kein großes Problem, man kann es sich aber ersparen.

Im Inneren des Modells findet man einen Gussrahmen, der das Modell auf ca. 380 - 385 Gramm bringt. In der Mitte sitzt ein Mittelmotor, der über Kardanwellen und ein Schnecken-/Stirnradgetriebe die vier Achsen der äußeren Drehgestelle antreibt. Die Stromabnahme erfolgt mittels Drähten in eigenen Führungen auf den Achsen von diesen 4 Achsen und stellt damit eine breite Stromabnahmebasis dar.

Auch in der Lok gab es bei der 2. Auflage eine kleine Veränderung. So war die Platine nun nicht mehr freischwebend eingebaut, sondern fand ihren Platz auf einem kleinen Kunststoffteil, welches auf den Rahmen geschraubt wurde. Das war nun deutlich vertrauenserweckender als die bisherige Konstruktion.

Entgegen der Ankündigung von Lima, dass in dem neuen Modell Schwungmassen (also Mehrzahl) vorhanden sind, konnte ich bisher immer nur eine Schwungmasse feststellen, obwohl der Platz für eine zweite Schwungmasse vorhanden gewesen wäre.

Auch hier sieht es so aus (mal abgesehen von der Platinengestaltung), dass das neue Fahrgestell auch bei der Lima E656 der letzten Auflage Verwendung fand.

Diese Modelle besitzen alle einen Lichtwechsel weiß/rot. Die kleinen Glühbirnen sitzen dabei unter der Führerstandseinrichtung.

Kühlschlange

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis zu der Kühlschlange auf dem Dach. Es scheint mir so, dass die bei Lima sehr oft falsch montiert wurde. An einer Seite des Kunststoffteils ist eine kleine Verlängerung zu sehen (wie eine Zuleitung). Diese sollte immer zum Stromabnehmer zeigen und dann unten sein. Bei vielen Modellen zeigt der kleine Nippel aber zur Lokmitte hin. Wenn man es genau möchte, dann muss man die beiden Kühlschlangen tauschen. Aber wenn, dann bitte sehr sehr vorsichtig, denn die kleinen, feinen Stänglein brechen sehr schnell. Dann lieber so lassen und den Hinweis vergessen.

Beim oberen Modell zeigt der kleine “Nippel” zum Übergang hin. Das stimmt nicht, er muss zum Stromabnehmer hin zeigen, wie beim unteren Modell.

Zurüstteile

Wenn Sie bis hierher durchgedrungen sind, dann sage ich mal “Respekt”, denn es war eine Vielzahl von Details, die ich hier ausgeschüttet habe. Um ehrlich zu sein habe ich zu Beginn dieser Seite, also beim Erstellen, gedacht, dass es ziemlich langweilig und kurz werden könnte. Je länger ich aber auf die Modelle gestarrt habe, um so mehr wurden die Unterschiede und um so länger wurde diese Unterseite. Dabei heißt das nicht, dass ich alles “entdeckt” habe, aber sicher ziemlich viel.

Bei dieser dritten Generation der E645/E646 waren einige Zurüstteile bereits montiert, andere lagen zur Selbstmontage bei. Das waren die Griffstangen an den Fronten, für den Rangierer und an den Führerstandstüren. Außerdem die Scheibenwischer und die ganzen Zurüstteile für die Pufferbohle. Dazu kamen noch die Trittstufen unterhalb der Führerstandstüren. Hier sollte man aber die Sandkästen abschneiden (laut Beschreibung), damit der Ausschlag des Drehgestells noch möglich war.

Ebenso lagen zwei weitere Drehgestellblenden bei, sowie daran zu montierende NEM-Kupplungsschächte, die dann beweglich waren. An den am Modell montierten Blenden waren die Kupplungshalter fest. Zwei Schienenräumer (oder waren das Sandstreueinrichtungen?) lagen ebenfalls noch bei, die vor die vorderen Drehgestelle montiert werden konnten.

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