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Modellbahnwahn

Die Erstserie

Die Roco 118 war ein weiteres Modell, mit dem die noch relativ kurz auf dem Modellbahnmarkt befindliche Firma Roco auf sich aufmerksam machen konnte. Gerade im Jahr 1976 überschlug man sich dort geradezu mit einer Fülle neuer Modelle. So erblickten die Loks der Baureihen 110, 111, 112, 151 (Neuauflage), 169 usw. das Modellbahnlicht. In diese Flut reihte sich auch die Baureihe 118 ein. Zwar hatte bereits Rivarossi eine (auf dem Fahrgestell der 119 basierende) 118 für den Herbst 1976 angekündigt, trotzdem überraschte Roco mit einer Anzeige im Eisenbahn Magazin 8/1976 die Modellbahner und stellte seine 118 bereits für den September 1976 in Aussicht. Gut, das reichte nicht ganz, aber spätestens im November 1976 war die 118 zu erhalten und wurde bereits in den Dezemberheften der Magazine besprochen und gezeigt.

Klotzen und nicht kleckern, damit kann man die damalige Firmenpolitik von Roco umschreiben. Hier wurde nicht nach und nach das Modell in verschiedenen Lackierungsvarianten angeboten, sondern es kamen gleich vier verschiedene Ausführungen des Modells praktisch gleichzeitig auf den Markt.

Unter der Bestellnummer 4141A war die 118 in beige/türkis zu haben, 4141B wurde an die blaue Version und 4141C an die grüne Ausführung vergeben. Außerdem wurden mit der 4141D auch die österreichischen Modellbahnfreunde mit einer Version der ÖBB 1018.01 versorgt (die ganzen Varianten der ÖBB 1018/1118 werden hier nicht beschrieben, das würde den Rahmen sprengen). Beschrieben wurde das Modell mit ausgezeichneten Laufeigenschaften, einem 5-poligen Motor, geräuscharmer Federkupplung, Antrieb auf alle 4 Treibachsen, Lichtwechsel, Inneneinrichtung und Lokführer. Als Preis waren damals 89 DM angegeben worden (45,50 EUR).

Roco - DB 118

...mit den Modellen der DRG und DR

Modellgeschichte

Diese drei Versionen der 118 erschienen dann auch im Katalog 1978. Die erste (weit verbreitete) Auflage dieser drei Modelle trugen noch die leider deutlich sichtbaren Aussparungen in der Gehäuseseitenwand für die Rastnocken. Später, wohl bereits ab 1978, wurden diese Löcher dann verschlossen, was optisch eine deutliche Verbesserung war. Dabei wurde auch die Farbe der Inneneinrichtung von einem Hellbeige in ein Hellbraun verändert, die Farbgebung wurde vorbildgetreuer (besonders die blaue und grüne 118 waren zuerst deutlich dunkler) und die Dachtritte wurden nun auch dunkler eingefärbt.

Die Modelle wurden auch in Wechselstrom als Neuheit für das Jahr 1978 angekündigt. Jedoch, wie auch bei anderen Modellen, kam es (noch) zu keiner Produktion für die Wechselstrombahner. Bereits im Katalog 1980/81 war die beige/türkise Version verschwunden und die grüne Variante war “derzeit ab Werk nicht lieferbar”. Sie kam aber nochmals ab 1982/83 in das Programm als lieferbares Modell. Zwar wurde hier erneut die Lok mit der Nummer 118 051-2 abgebildet, ich gehe aber davon aus, dass diese neue Auflage dann tatsächlich mit der Betriebsnummer 118 038-9 erschienen ist und ein aufgehelltes Grün erhalten hatte. Was man aber zu beiden grünen Versionen ergänzend muss ist, dass weder die 051 noch die 038 beim Vorbild in grün mit Tütenlampen und Computernummer gefahren sind. Aber ganz so genau nahm man es damals nicht.

Im Katalog 1983/84 wurde die blaue Version mit einer neuen Betriebsnummer (118 010-8) angeboten. Die Federkupplung als Antrieb blieb bei dieser ganzen Serie aber erhalten. Das Blau war nun bedeutend heller und wirkte dadurch vorbildlicher. Schon ab dem nächsten Roco Hauptkatalog wurde das Modell als 118 005-8 beschrieben, wenn auch noch die 118 010-8 abgebildet war.

Ein Modell, welches auch nicht im Katalog gefunden werden kann, ist die 118 049-6. Es ist daher schwierig, dass Modell zeitlich einzuordnen. Ich vermute es eher bei den späteren Auflagen. Da das Vorbild mit dieser Betriebsnummer bereits 1976 in beige/türkis umlackiert wurde, verwundert es, dass Roco diese Betriebsnummer gewählt hatte. Es ist aber denkbar, dass Roco diesen Fehler sehr schnell bemerkt und dann eine weitere Produktion dieser Betriebsnummer gestoppt hat. Es dürfte also eine seltenere Version dieses Modells sein.

Als letzte Variante dieser Serie erschien 1987 die 118 024-9. Äußerlich kann diese sehr gut von den anderen Modellen unterschieden werden (sofern keine Veränderungen oder Fahrgestelltausche vorgenommen wurden), da bei dieser die Inneneinrichtung im Maschinenraum nicht mehr in Beigebraun, sondern in Hellgrau gehalten ist. Im Katalog 1988/89 war dann keine DB 118 mehr zu finden und das erste Kapitel dieser Modellgeschichte war beendet.

Die Neuauflage

Im Jahr 1994 kam die grüne E18 24 als Neuheit in die Läden und gleichzeitig auch die Version der DR als 218 019-8 (grün mit rotem Rahmen). Letztere erschien nur in Gleichstrom. So waren dann im folgenden Hauptkatalog wieder 4 verschiedene Versionen dieses Modells zu haben, wenn auch die blaue E18 27 nun als Auslaufmodell gekennzeichnet war und danach nicht mehr im Programm geführt wurde. Es ist aber auch noch eine E18 05 gefertigt worden (blau), die ich bisher nicht genau zeitlich zuordnen konnte.

Diese blaue E18 27 bekam schon im folgenden Jahr einen würdigen Nachfolger. Es erschien als Sonderserie die E18 06 bei Roco. Diese war in dem etwas dunkleren Stahlblau lackiert und hatte einen zusätzlichen silbernen Zierstreifen in der Gehäusemitte. Das limitierte Modell war zwar mit einem Vorbestelldatum versehen, unabhängig davon aber noch viele Jahre “limitiert” im Programm zu finden. Auch 1996 legte Roco wieder eine E18 nach. Diesmal handelte es sich um eine Version der Epoche II in grau, mit hellgrauer Frontschürze. Beschrieben war das Modell als E18 18, während E18 16 auf dem Handmuster abgebildet war. Erschienen ist die Lok dann in der Serie aber als E18 39. Bei der Nürnberger Messe 1996 war aber definitiv eine E18 16 am Roco Stand zu sehen (mit hellerer Schürze). Es sollen auch Modelle mit dieser Betriebsnummer (evtl. Handmustergehäuse) in den Umlauf gekommen sein. In der Serie war dann auch die Frontschürze farblich angepasst worden.

Doch auch in diesem Fall lebte einige Jahre später das Modell in einer überarbeiteten Version wieder auf. So erstrahlte im Neuheitenprospekt 1991 die E18 045. Zum ersten Mal wurde die 118 nun in der Epoche III Beschriftung angeboten. Zudem hatte Roco als auffälligste Änderung der Neuauflage dem Modell die großen Frontlampen spendiert. Alle bisher erschienenen 118er besaßen ja die Stilaugen. Als Neuheit 1992 kam das Modell dann auch erstmals in der Wechselstromversion auf den Markt. Im gleichen Jahr folgte schon die Museumsedition mit der grauen E18 08 in einer “Einmalauflage”, die sich aber dann über viele viele Jahre im Programm hielt.

Die Wechselstromversionen mussten allerdings wegen dem Mittelschleifer auf zwei angetriebene Achsen verzichten, die üppige Ausstattung mit 4 Haftreifen machte das aber wieder wett. Im Wechselstromprospekt 1992/93 wurde bei dem Modell die Betriebsnummer E18 35 angegeben, dieses Modell habe ich aber bisher noch nie entdecken können, sein Erscheinen ist daher ziemlich fraglich. Auch die Gleichstrom E18 27 dürfte nie in Wechselstrom erschienen sein. Dafür spricht auch, dass im Wechselstromprospekt immer wieder die E18 045 genannt wurde.

Neues Jahr, neue Neuheit. Auch 1997 erschien eine weitere Version. Diesmal war es die limitierte E18 31 / 218 031-2 der DR mit beigelegten Messingnummern. Völlig unverständlich schlug hier aber der Fehlerteufel bösartig zu. So wurde wohl beim Guss die Dachform falsch herum eingesetzt. So befand sich der Hauptschalter nun unkorrekt über dem Führerstand 2. Es gibt wohl in der ganzen Serie nur diese Fehlproduktion. “Richtige” Modelle dieser Lok gibt es wohl aber nicht.

Unabhängig von allen Limitierungen, Sonderserien und Vorbestellungen hielt sich das Roco Programm nun mit der E18 08, E18 39, E18 06 und E18 31/218 031-2 einige Zeit konstant. Erst im Katalog 2000/2001 war die stahlblaue E18 06 nicht mehr zu finden. Schon im Folgejahr verschwanden auch die anderen Modelle schlagartig und dafür erschien mit der 118 016-5 nun eine 118 mit großen Lampen in der Epoche IV Version.

Eine Sonderserie vom Spielzeugring/Vedes/MC erweiterte im Sommer 2001 wieder das Angebot an Modellen der 118. Hier erschien die grüne 118 034-8 mit den modernisierten Lampen der ersten Serien. Im Sommer 2003 erschien eine weitere Sonderserie bei Eurotrain mit der beige/türkis lackierten 118 049-6. Interessanterweise hat auch dieses Modell wieder die Stilaugen der ersten Roco Auflage erhalten. Evtl. ein Vorbote auf weitere Modelle? Falls ja, dann sollte Roco allerdings auch die Stilaugen verkleinern, denn in dem Eurotrain-Flyer sind deutlich die zu großen Lampen der alten Ausführung zu sehen.

Nun folgten die wirtschaftlichen Probleme der Firma Roco, die sich dann bei der Wiederauferstehung Modelleisenbahn GmbH nannte, nun aber wieder als “Roco Modelleisenbahn GmbH” in Bergheim (Österreich) firmiert.

Erst im Jahr 2006/2007 erschien daher wieder ein Hauptkatalog und im laufenden Programm suchte man die 118 vergebens. Erst in der Rubrik “Auslaufmodelle” war die 118 zu entdecken, aber nur noch in Wechselstrom. Auch der Katalog 2007/2008 zeigte noch diese Lok mit der Bestellnummer 69618 bei den Auslaufartikeln. Dafür jedoch fand man bei den Herbstneuheiten 2007 wieder eine 118. Diesmal war es die 218 031 der DR in Epoche IV, die mit einem Vorbildfoto ganz unscheinbar angekündigt wurde.

Im Katalog 2008/2009 war die blaue 118 der DB dann endgültig auch in AC verschwunden. Es blieb aber die grüne Ausführung der DR im Normalprogramm. So war weiterhin die 218 031-3 in Epoche IV in DC und AC zu erhalten.

Das Gute kann man immer noch besser machen. So dachte wohl auch Roco und brachte im Neuheitenprospekt 2009 wieder eine E18 der DB. Dabei wurde vermerkt, dass es sich um ein überarbeitetes Modell handeln wird, mit vorbildgerechten Stielaugenlampen und LED-Beleuchtung. Abgebildet wurde ein Vorbildfoto der blauen E18 049. Auch die Ausführung in Epoche III wurde vermerkt. Das Modell wurde in Gleichstrom (62630) und Wechselstrom (68630) angekündigt und es wurden als unverbindliche Preisempfehlungen 164,00 EUR, bzw. 204,00 EUR genannt.

Zusätzlich wurde in diesem Katalog unter der Bestellnummer 62632/68632 die beige/türkise 118 013-2 des BW Würzburg angekündigt.

Im Katalog 2009/2010 gab es keine Veränderungen. Nach wie vor war die DB E18 in Epoche III im Programm vorhanden. Nun konnte man im Katalog aber die Betriebsnummer E18 10 erkennen. Als das Modell erschienen war, konnten die Stilaugen aber manchen Modellbahner noch immer nicht richtig überzeugen.

Dazu gesellte sich weiterhin die grüne DR 218 031-3 der Epoche IV mit den großen Lampen.

Konsequent wurde die neue Stielaugen-118, als Neuheit 2010 auch in Epoche IV vorgestellt. Das abgebildete Modell trug im Katalog zwar die Betriebsnummer 118 048-8, erschienen ist die Lok dann aber mit der Betriebsnummer 118 029-8.

Das Modell gab es in DC und AC und es war auch im Herbst/Winter 2010 Katalog zu finden.

Im Jahr 2011 wurde gleich nochmals eine Stielaugen-118 unter der Bestellnummer 62633/68633 angekündigt. Es war wieder eine Lok der Epoche IV, diesmal aber in grüner Farbgebung. Die Betriebsnummer wurde dabei noch nicht bekannt gegeben.

In dieser Form war die grüne 118 auch im Katalog 2011/2012 zu finden. Auch da gab es noch keine Angabe zur Betriebsnummer und auf dem Modellfoto war diese unkenntlich gemacht worden. Sie erschien dann als 118 044-7. Dies war dann jedoch die einzige E18/118, die im Katalog zu finden war. Sowohl die blaue 118 029-8 (62631/68631), wie auch die beige/türkise 118 013-2 (62632/68632) waren nach kürzester Zeit nicht mehr im Angebot. Der Neuheitenkatalog von 2012 und auch von 2013 sah dann keine weitere Ergänzung der 118er Flotte vor.

Im Hauptkatalog 2013 war schließlich die 118 044-7 nicht mehr enthalten.

Doch schon im Neuheitenprospekt 2014 erinnerte man sich wieder an die E18. Diesmal war es eine Epoche III Lok mit der Betriebsnummer E18 35 und den großen Lampen. Dazu zeigte das Modellfoto einen silbernen Zierstreifen in der Mitte des Lokgehäuses, das in Stahlblau lackiert wurde. Erschienen ist das Modell dann 04/2014.