bahnwahn
Modellbahnwahn

Vorneweg

Die Roco 118 kann man ganz einfach in zwei Serien teilen, wie auch schon aus der Modellübersicht hervorgeht. Die erste zwischen 1977 und 1988 gebaute Serie (Erstserie) und dann die 2. Auflage (Neuauflage) mit den diversen Verbesserungen, die ab 1991 geliefert wurde. Hier folgt nun eine kleine Detailübersicht. Allzuviele Veränderungen gab es ansonsten nicht, aber ich überfliege mal ein paar, es gibt aber bestimmt noch mehr.

Also, wie bekommt man das Gehäuse von der Lok? Kein Problem, es ist nur je Seite eine Rastnocke, die etwas rechts von der Mitte sitzt. Gehäuse leicht spreitzen und abheben. Bei der ersten Auflage der Erstserie ist die Nocke genau mittig und im Gehäuse ist der Rastausschnitt zu sehen. Diese Modelle der ersten Serie gibt es aber auch ohne sichtbare Rastnocke.

Beim Wiederaufsetzen des Gehäuses ist nur darauf zu achten, dass der Umschalter Ober-/Unterleitung durch das Loch im Dach passt. Da dieses Dachloch bei der späteren Serie nicht mehr vorhanden ist, kann man sich auch den Fenstern und den hinterlegten Inneneinrichtungen orientieren, damit das Gehäuse richtig herum aufgesetzt wird.

Roco - DB 118

...mit den Modellen der DRG und DR

Modelldetails

Frontansicht der E18 08 mit den großen Lampen

Dann noch ein kleiner Hinweis. Mir liegen zwar alle Erstserienloks vor, aber nur wenige der Neuauflage. Daher kann es sehr gut sein, dass Ihnen etwas auffällt, was Sie hier nicht finden. In diesem Fall freue ich mich über ein eMail und evtl. ein Foto von dem Unterschied.

Von außen

Das Dach war schon bei der Erstserie sehr gut detailliert und vollständig. Isolatoren, Leitungen, die zahlreichen Nietenreihen, alles wirkte stimmig. Leider nicht das große, deutlich sichtbare Loch, unter dem der Umschalter für den Oberleitungsbetrieb zu erreichen war. Das war der einzige richtig auffällige Schönheitsfehler. Bei der Neuauflage wurde dieses Manko behoben.

Zudem wurden die Isolatoren durch feinere ersetzt und auch der Querschnitt der Dachleitungen verringerte sich. Natürlich wurden verbesserte Stromabnehmer verwendet. Dass ansonsten das Dach unverändert übernommen werden konnte, zeugt davon, dass Roco schon 1977 ausgezeichnet gearbeitet hat.

Nur noch eine weitere winzige Detailänderung habe ich auf dem Dach gefunden. Auf der Gehäuseseite des Hauptschalters befinden sich bei den Modellen der Neuauflage außen neben den Dachtrittbrettern noch zwei kleine angespritzte Griffe.

Zu den Lampen ist auch etwas zu sagen. Sie sind das auffälligste Detail der Neuauflage und verändern das Gesicht der 118 doch deutlich. Man kann sicher geteilter Meinung sein, was nun besser aussieht - die großen Lampen oder die modernisierten Frosch- oder Stilaugen - aber das hängt vielleicht auch davon ab, wie man die 118 selber erlebt hat. Die großen Augen haben sich aber auch an einigen Loks bis zum Ende gehalten. Während bei den ersten Roco Serien (und den späteren Auflagen von Spielzeugketten) die Stilaugen verwendet wurden, erhielt die zweite Roco Serie dann die großen Lampen. Diese sind vorbildlich, wogegen die Stillampen einfach zu groß geraten sind und das Vorbild nicht treffen. Hier wäre eine Überarbeitung wünschenswert.

Gleichzeitig waren an der Neuauflage dann auch die Griffstangen zu den Führerständen nicht mehr angespritzt, sondern extra beigelegte Steckteile. Es gab auch eine Kurzkupplungskulisse.

Auf dem Foto rechts kann man auch den Unterschied zwischen dem helleren Kobaltblau und dem Stahlblau der E18 06 erkennen.

Hier gleich noch der Vergleich der beiden unterschiedlichen Ausführungen der Erstserie mit dem Rastloch und ohne dieses. Bei allen drei Lackierungsvarianten gab es beide Versionen.

Dabei sieht man auch gut, dass die Farbgebung der Maschinenraumeinrichtung geändert wurde. Zudem wurde die Farbe der Dachlaufbretter von Mittelbraun in Schwarzbraun geändert.

Beschriftungsunterschiede mit DB als Keks oder als Schriftzug

Jetzt noch ein paar kleine Unterschiede bei der Bedruckung der verschiedenen Versionen der Erstserie. Das ist auch ganz interessant ist und zeigt, was Roco alles verändert hat. So haben z. B. die blauen 118 010-8 und 118 024-9 einen DB-Keks an der Seite, während sich die anderen Modelle mit dem Schriftzug “Deutsche Bundesbahn” begnügen.

Findet man bei fast allen Modellen die Führerstandsbezeichnungen oben neben dem Führerstandstürfenster, macht auch hier die 118 010-8 eine Ausnahme. Die “1” und “2” stehen im unteren Bereich, knapp über dem Zierstreifen. Meine 118 010-8 hat auch als einzige Schneeräumer angebracht, Ihre auch?

Noch netter treibt es die grüne 118 038-9. Bei dieser ist die Führerstandsbezeichnung etwas größer als bei allen anderen Erstserienloks, dazu trägt sie als einzige die Beschriftung BW Nürnberg Hbf. (sonst: BW Würzburg). Des weiteren ist die seitliche Betriebsnummer auch auf der Seite mit den Klappen nicht nach links versetzt, sondern oberhalb der Klappen aufgedruckt. Ich kann das zwar nicht alles mit Originalfotos vergleichen, aber was ich bisher gefunden habe, bekräftigt, dass Roco sich an das jeweilige Vorbild gehalten hat.

Beschriftungsunterschiede in der Anbringung der Betriebsnummer

Zumindest bei der E18 06 konnte man noch eine Besonderheit feststellen. So wurde hier der schwarze Lokrahmen um zwei Sandkästen in der Mitte ergänzt (vergleiche mit den oben stehenden Fotos). Gleichzeitig wurde auch die Kupplungsbefestigung geändert. Waen diese zuvor am Vorläufer befestigt, bekamen diese nun eine Kulissenführung und deren Halterung wurde zwischen Metallrahmen und Lokrahmen gesetzt.

Von innen

Im Inneren der Lok hat sich bei der Neuauflage auch viel getan. Alle Modelle der Erstserie wurden mit der Federkupplung ausgestattet, zu einer Umrüstung auf die Kardanwelle kam es nicht. Auch war keine Schwungmasse vorhanden. Dagegen wartete die Neuauflage dann mit Kardanantrieb auf alle 4 Achsen und Schwungmasse auf. Das Fahrverhalten wurde dadurch viel geschmeidiger und ruhiger. Die Wechselstromversion hat zwar nur 2 angetriebene Achsen, dafür die doppelte Anzahl an Haftreifen.(4). Bereits ab der E18 06 von 1995 war auch die Digitalschnittstelle vorhanden.

Innenansicht der Erstserie mit der Federkupplung (links) und der Neuauflage mit Schwungmasse und Kardanwelle

Nochmals zurück zur Maschinenrauminneneinrichtung. Auch diese wurde von Roco verändert. Farblich waren die kleinen Plastikteile bei den ersten Modellen der Erstserie (118 014-0) zuerst hellbeige, schon bald danach danach hellbraun. Bei der letzten Lok der Erstserie, der 118 024-9 waren diese dann grau.
Bei der Neuauflage blieb man beim Grau, mal abgesehen von Ausnahmen, wie die E18 24, bei der wieder ein grünstichiges Hellbeige verwendet wurde. Beim Vergleich mit Vorbildfotos tendiere ich dazu, den grauen Farbton für richtig zu halten. Zumindest wirkt durch die Spiegelung der Fenster und den in der Regel unbeleuchteten Maschinenraum diese Farbe am überzeugendsten.

Das Foto links zeigt die beiden farblich unterschiedlichen Fenstereinsätze und Metallrahmen der 118 014-0 der Erstserie (unten die erste Auflage der Lok mit Rastloch, darüber die Ausführung ohne).

Das Foto unten zeigt den Vergleich von braunen und grauen Einsätze, sowie deren Änderungen.

Aber die Inneneinrichtung des Maschinenraumes wurde von Roco nicht nur farblich verändert. Bei der ganzen Erstserie wurden Einsätze verwendet, die etwas frei gestaltet worden waren und im Vergleich mit dem Vorbild nicht bestehen konnten. Gut, zum einen fällt es kaum auf, zum anderen war man ja schon froh, nicht auf eine schwarz hinterlegte Fensterscheibe zu blicken.

Bei der Neuauflage wurde im Rahmen der Modellpflege auch darauf geachtet, dass die Einsätze vorbildgetreu gestaltet waren und so kann man schon daran die unterschiedlichen Auflagen (zumindest “in der Regel”) erkennen. Lediglich das Teil mit dem angedeuteten Feinregler wurde übernommen, aber natrülich richtigerweise nur einmal.

Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass bei der Produktion mal in die falsche Teileschachtel gegriffen wurde oder dass bei meinen gebraucht erworbenen Modellen Veränderungen vorgenommen wurden, aber nach Betrachtung einiger Modelle sollte ab Werk die Inneneinrichtung wie folgt eingesetzt worden sein:

Erstserie - linke Lokseite - 1-2

Es sind auch einige Modelle bekannt, bei denen hinter dem 3. Fenster die gleiche Einrichtung wie hinter dem 2. Fenster sitzt.

Erstserie - rechte Lokseite - 2-1

Diese Version ist sehr sicher, da alle Modelle, die mir vorlagen, genau so aussahen.

Neuauflage - linke Lokseite - 1-2

Bisher keine Abweichungen bekannt.

Neuauflage - rechte Lokseite - 2-1

Bisher keine Abweichungen bekannt.

Die Schachtel

Die 118 hat natürlich auch die normale Roco Schachtelentwicklung durchlaufen. Dabei hat sich das Logo geändert und auch die Schachtelgröße. Nachdem sich im Jahr 2003 Roco ein neues Logo und eine neue Farbkennung gegeben hat, ist auch die 118 in Kürze in einer neuen Verpackung zu erwarten.

Ich weiß, das mit der Schachtel ist hier nun wirklich nicht wichtig, aber mir macht es Spaß als kleiner Blödsinn am Schluss. Naja, so ganz blödsinnig ist es auch nicht, denn bei der Neuauflage darf man die Lok nur mit der Führerstandsseite 2 nach links in die Schachtel legen, oder man braucht neue Dachisolatoren.

Außerdem gibt es selbst bei den neuen Schachteln Unterschiede in der Höhe (53mm und 59mm) und die aufgedruckten Bestellnummern können manchmal Fragen zum Baujahr usw. liefern.