Lima FS E444

Vorbild

Was soll man über das große Vorbild des Lima Modells schreiben? Wer sich für die italienische Staatsbahn FS nicht interessiert, der liest hier sowieso nicht weiter und wer sich ein wenig auskennt, der kennt die E444 und benötigt kaum noch Informationen.

Ich versuche es trotzdem, vielleicht ein wenig aus meiner subjektiven Sicht, denn da ist die E444 eine Kultlok wie der Baureihe 103 der DB.

Auch in Italien wurde in den 1960er Jahren der Ruf nach schnellen Reisezügen im deutlicher. Es wurden erste Neubaustrecken geplant und entsprechende Zugloks mussten geliefert werden. Ab 1967 kamen vier Vorserienloks der neuen Baureihe E444 zur FS und wurden ausgiebig getestet. Ihre Lokfront war nur seitlich etwas abgerundet und sie wirkten noch lange nicht so schnittig, wie die Serienloks, die dann ab 1970 abgeliefert wurden. Insgesamt 117 Lokomotiven wurden hergestellt und übernahmen den ganzen Schnellverkehr in Italien. Erst Mitte der 1990er Jahre trat die 200 km/h schnelle E444 etwas in das zweite Glied, als die neue Baureihe E402A und E402 abgeliefert wurde.

Die normale Serienlok E444 019 am 01.04.1988 in Rom

Aber zurück zu den Anfängen. Bekannt wurde die E444 auch durch ihren Spitznamen “Tartaruga” (Schildkröte), den sie nach einem internen Wettbewerb der FS erhielt. Eine fliegende Schildkröte zierte dann in der Regel auch die Seitenwand unter dem jeweils linken Führerstand. Leider ist die Schildkröte ab der XMPR-Lackierung verschwunden.

Ebenfalls am 01.04.1988 fuhr in Rom die umgebaute E447 100 dem damals völlig ahnungslosen Bahnwahnsinnigen vor die Linse

Eine kurzzeitige Episode war Mitte der 1980er Jahre die Baureihe E447. Auf der Schnellfahrstrecke Florenz-Rom mussten die E444 längere Zeit ihre Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausfahren. Dabei kam es jedoch zu Funkenbildungen zwischen Bürsten und Kollektoren der Elektromotoren. Um dies zu vermeiden wurde durch eine veränderte Übersetzung (42/75 statt 40/77 - für den Profi, mir sagt das wenig) die Drehzahl der Elektromotoren verringert. Die 18 so umgebauten Lokomotiven erhielten unter Beibehaltung ihrer Ordnungsnummern die neue Baureihenbezeichnung E447. Allerdings sank durch die veränderte Übersetzung die Leistung um ca. 10% und die Lokomotiven waren so nicht mehr freizügig einsetzbar. Daher wurde nach Auswertung der Ergebnisse der Umbau wieder rückgängig gemacht.

Zwischen 1989 und 1997 folgte dann neben der technischen Überarbeitung die optisch einschneidendste Veränderung, als alle Lokomotiven völlig neue Fronten erhielten, die das Aussehen doch deutlich veränderten. Statt einer wohlgeformten Diva stand nun eine kantige Schönheit vor einem, die aber immer noch deutlich zeigte, dass sie genügend Kraft für ihre Aufgaben hat. Damit verbunden war eine neue Farbgebung in rot/grau, welche der Lok ein dynamisches Erscheinungsbild gab. Die überarbeiteten Lokomotiven wurden in der Folge als E444R bezeichnet, wobei das “R” für Riqualificazione (Wiederbefähigt) stand.

Was wäre ein Urlaub an der Cinque Terre ohne Bahnwahn? E444R 057 erfreute am 23.07.2002 zwischen diversen Streiktagen den Fotografen

Die neue Farbgebung der FS in XMPR wurde natürlich auch auf die E444R übertragen. Nach einigen Versuchen, bei denen die Seitenwand überwiegend in einem sehr hellen Grau gehalten wurde, bekamen die Lokomotiven dann den neuen Standardanstrich in XMPR 2, bei dem die obere Hälfte des Lokkastens komplett in grüntürkis gehalten wurde. Mehrere Lokomotiven erhielten zudem ab 2006 den dunkelgrau/hellgrau/roten Anstrich für den “EuroStar City Italia” ESCI.

Auch in XMPR gab sich E444R 067 am 24.07.2002 in Monterosso die Ehre

Noch ist die Zeit der E444R nicht abgelaufen und die Lokomotiven sind weiterhin zur Freude vieler Fotografen bei der FS anzutreffen. Eine Kultlok eben!

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