Die Erstauflage

Lima DB 515 / 815

Geschichte

Hier ist sie nun, die Modellgeschichte des Lima 515/815 von ihren Anf├Ąngen im Jahr 1969 bis zum relativ schnellen Ausscheiden aus dem Programm ca. im Jahr 1992/1993. Wie immer bin ich ├╝ber erg├Ąnzende Infos und Hinweise dankbar. Insbesondere dazu, ob in der Neuauflage weitere (beige/t├╝rkise) Steuerwagen erschienen sind oder ob es weitere Betriebsnummern gab.

So, genug der Einleitung, Batterien aufgeladen und es geht los.

Im Katalog des Jahres 1969/1970 war die erste Abbildung des ETA 150 als Neuheit mit Beleuchtung zu sehen. Das Handmuster im Katalog trug sowohl Epoche III Beschriftung am Rahmen (ÔÇťETA 150 002, M├╝nchenÔÇŁ war zu erkennen), wie auch eine Epoche IV Beschriftung unter dem DB-Keks (515 5xx-9). Wie gesagt, es war ein Handmuster unter der Bestellnummer 8037 CL.

Im Messebericht 1969 der Zeitschrift ÔÇ×Moderne EisenbahnÔÇť - heute: Eisenbahn Magazin ÔÇô wurde der Lima 515 bereits erw├Ąhnt, allerdings nur als Ank├╝ndigung, da au├čer der Katalogabbildung noch nichts Handfestes vorlag. Im Heft 11/1969 lag der Redaktion dann ein unbeschriftetes Vorserienmuster vor, welches eingehend betrachtet wurde. So wurde festgestellt, dass der Triebwagen 15 mm zu kurz geraten war und der Drehzapfenabstand der Drehgestelle etwas vergr├Â├čert wurde, wohl um einen besseren Kurvenlauf zu erhalten. Die Detaillierung dagegen wurde gelobt.

Im Messebericht von 1970 wurde dann festgestellt, dass der 515 nun in einer verbesserten Ausf├╝hrung gezeigt wurde, was sich aber wohl vor allem auf die Fenstereins├Ątze bezog, denn an den anderen Details hatte sich nichts ver├Ąndert

Jetzt war der 515 auch erstmals als Anzeige in der Fachpresse zu sehen. Dabei kostete der 515 glatte 35,-- DM (ca. 17,50 EUR) und der 815 nur absolut taschengeldfreundliche 8,90 DM (ca. 4,50 EUR).

Allerdings zeigte das Modell in der Abbildung auch gleich ein paar Einschr├Ąnkungen. So fielen die hellgrauen Drehgestelle unsch├Ân auf und die zu gro├č geratene und gelbe Beschriftung. Insgesamt war das Vorbild aber gut getroffen und man darf nicht vergessen, dass der Modellbahner im Jahr 1970 froh ├╝ber so ein neues Modell war und an ein Lima Modell damals auch nicht allzu hohe Anspr├╝che gestellt wurden. Welche geniale Marketingstrategie des Anzeigendesigners in der hochgeklappten B├╝gelkupplung an der Front steckte, konnte ich bisher jedoch nicht ergr├╝nden. Auch im folgenden Katalog (siehe Foto unten) wurde dieses interessante Detail beibehalten (grins).

Der Katalog 1970/1971 zeigte den 515 weiter als Neuheit. Auf dem Modellfoto war nun die Betriebsnummer 515 590-8 zu lesen. Diese war aber wie in der Anzeige oben relativ gro├č und gelb geraten. Als Preis wurden 3.750 Lire angegeben und als L├Ąnge des Triebwagens 25,8 cm. Unter der Bestellnummer 9125 war jetzt auch ein Steuerwagen ESA 150 (815) mit der Betriebsnummer 815 606-9 f├╝r 1.200 Lire zu sehen. Im retuschierten Bild des 815 war allerdings ein Rundmotor zu erkennen. Man nahm es eben nicht so ganz genau.

Nat├╝rlich erschien der 815 dann ohne Antrieb. Man hatte zudem sogar bei der Bedruckung nicht nur die Betriebsnummer ge├Ąndert (es stimmten ├╝brigens bei beiden Modellen die Computerpr├╝fziffern), sondern beim Steuerwagen auch das 1. Klasse Abteil weggelassen und ihn vorbildgerecht als reines 2. Klasse Fahrzeug bedruckt. ├ťberhaupt wurde die komplette Rahmenbedruckung bis hin zum Revisionsdatum ge├Ąndert. Was allerdings nicht ge├Ąndert wurde, waren die Geh├Ąusedetails. So besa├č der 815 weiterhin die ganzen Klappen f├╝r die Batterien und damit verbunden auch die unter dem Wagenboden h├Ąngenden Batteriek├Ąsten, die nat├╝rlich v├Âllig fehl am Platze waren. Lima hatte einfach das 515er Fahrgestell verwendet.

Auf dem unteren Foto (rechts) meint man zu erkennen, dass die Dachrundung des 815 wei├č lackiert wurde. Tats├Ąchlich hat dies Lima gemacht. Vermutlich hat man in Vizenca die Spiegelung auf Vorbildfotos falsch gedeutet.

Zur├╝ck zu den Bateriek├Ąsten beim 815. So ein Vorgehen war ja nicht un├╝blich und wer es ganz genau nahm, konnte immer noch ein Bastelmesser nehmen und den Unterboden bearbeiten. Die falschen Klappen jedoch blieben, aber ich erz├Ąhle hier von einem g├╝nstigen Trieb- und Steuerwagen, nicht von einem hochpreisigen Supermodell.

Aber was war dies ├╝berhaupt f├╝r ein Unterboden? Denn waren auf dem ersten Typfoto des Katalogs (ganz oben) noch passende Batteriek├Ąsten unter dem Geh├Ąuse angedeutet, erschien das Modell dann mit einem ganz anderen Unterbau. Ein anderer Limawahnsinniger hat mir hier den entscheidenden Tipp gegeben. Dann der ganze Wagenboden wurde nicht f├╝r den Lima 515/815 hergestellt, sondern es handelt sich um das gleiche Fahrgestell, wie es Lima bereits f├╝r den RBe 4/4 der SBB im Programm hatte. Man kann dies zum Beispiel auch daran erkennen, dass beim Fahrgestell seitliche Einbuchtungen f├╝r T├╝ren vorhanden sind, die nicht zum 515er-Geh├Ąuse passen (siehe Details, bzw. bei meinen Steckbriefen den Bericht ├╝ber den RBe 4/4). Waren die Details am Fahrzeugboden f├╝r den RBe 4/4 soweit stimmig, passten sie nat├╝rlich nicht zum 515. Zum Gl├╝ck sieht man wegen dem tiefh├Ąngenden Geh├Ąuse nur relativ wenig von diesem krassen Fehler. Aber der ÔÇťFehlerÔÇŁ sorgte eben sicher auch f├╝r den g├╝nstigen Preis des Lima Modells.

In der Folgezeit von 1971 bis 1974 ├Ąnderte sich nichts an den Abbildungen und dem 515/815-Programm. Erst im Katalog von 1975 war dann beim 815 ein neues Bild vom Modell zu sehen. Der Rundmotor fehlte und die Betriebsnummer war nun viel kleiner. Es war eine neue Auflage. Im Katalog von 1977/1978 kosteten die Modelle ├╝brigens 37,50 DM (ca. 18,75 EUR), bzw. 17,50 DM (ca. 8,75 EUR). Auch dieses Modell des 815 mit der kleineren Betriebsnummer findet man mit einer wei├čen Lackierung der Dachrundung. Es gibt ihn aber auch (korrekt) ohne diesen Streifen.

Der Katalog 1978/1979 zeigte nun ebenfalls den 515 mit einer neuen Abbildung und einer kleineren Betriebsnummer. Zudem wurden als Neuheit unter den Bestellnummern 208039, bzw. 309195 beige/t├╝rkise 515 und 815 angek├╝ndigt. Dann ├Ąnderte sich wieder eine ganze Zeit nichts am Programm. Im Katalog 1981/1982 kostete der 515 dann 49,80 DM (ca. 25,00 EUR).

Wie bereits beim roten 515/815 wurde auch hier das Fahrgestell und das Geh├Ąuse des Triebwagens 515 f├╝r den Steuerwagen 815 verwendet und zeigte damit die gleichen Unstimmigkeiten bei der Ausf├╝hrung der Klappen und am Unterboden. Auch wurde weiterhin ein grauer bzw. hellgrauer Plastikguss f├╝r den Boden und die Drehgestellblenden verwendet, was einfach nicht ganz stimmig aussah. Auch wurde die Rahmenbeschriftung fast vollst├Ąndig in ihrer etwas gro├čen Form ├╝bernommen und auch die Revisionsdaten wurden nicht ver├Ąndert und passten damit nicht zu der beige/t├╝rkisen Farbgebung (nur der Hinweis auf die n├Ąchste Revision beim roten 815 fehlt beim beige/t├╝rkisen Modell).

Aber Lima hat sich auch ├╝berraschenderweise M├╝he gegeben und neben der ver├Ąnderten Betriebsnummer wurde auch die Bahndirektion von BD Augsburg auf BD M├╝nchen umgestellt. Denn war BD Augsburg beim roten Modell noch passend, konnte sie beim beige/t├╝rksien Modell nicht mehr stimmen, da diese Farbgebung ab 1974 eingef├╝hrt wurde, die BD Augsburg aber am 01.06.1971 aufgel├Âst wurde.

Die Bestellnummer 208039 war allerdings nicht nur dem beige/t├╝rkisen 515 vorbehalten, sondern unter der Nummer gab es auch eine Packung mit 515 und 815 in beige/t├╝rkis. Unter der Bestellnummer 208037 gab es analog auch das Doppelpack 515/815 in rot.

W├Ąhrend der beige/t├╝rkise 515/815 wohl ohne Ver├Ąnderungen blieb, ging es bei der roten Ausf├╝hrung munter weiter. So erschien, vermutlich ziemlich zum Ende der Bauzeit, ein weiterer 515, dessen Rotton deutlich dunkler war. Hier wurde zudem die Betriebsnummer in 515 591-6 ge├Ąndert. Mindestens zwei Ausf├╝hrungen sind auch hier schon wieder bekannt. So gibt es eine vermutlich zuerst hergestellte Version, bei der Rahmen und Boden weiterhin grau sind (siehe Modell├╝bersicht). Dann gibt es aber auch noch eine weiter verbesserte Version. So ist bei der z. B. die Bodenplatte des Laufdrehgestells schon aus Kunststoff, der Rahmen, wo die ganzen Aufschriften stehen, ist schwarz lackiert und das Dach ist deutlich dunkler gehalten. Diese Modelle hatten alle weiterhin die gelbe Beschriftung. Zudem sind von diesen beiden Ausf├╝hrungen bisher nur Triebwagen, aber keine Steuerwagen bekannt.

Aber Lima w├Ąre nicht Lima, wenn es nicht noch einmal eine Version g├Ąbe. Ich vermute, dass dies die wirklich letztgebaute Ausf├╝hrung der Erstserie war. Denn im Unterschied zu allen anderen roten 515/815 ist hier die Beschriftung nicht mehr gelb, sondern wei├č. Der Rahmen und der L├Ąngstr├Ąger blieben schwarz, aber der Rotton wurde wieder aufgehellt und dies zusammen macht mit der seidenmatten Lackierung ein wirklich gutes Bild.

Dann gleich noch en Hinweis zum aufgedruckten Zuglaufschild. Der rote 515/815 fuhr zuerst von F├╝ssen nach Kempten Hbf. Der beige/t├╝rkise 515/815 pendelte zwischen N├Ârdlingen und Gunzenhausen. Aber es gab dann noch eine ├änderung beim roten 515/815. Dort ├Ąnderte sich der Zuglauf und es ging nun von Augsburg nach F├╝ssen. Diese ├änderung trat aber nicht beim Wechsel auf die dunkelrote Ausf├╝hrung ein, sondern bereits fr├╝her. Denn es sind rote 515 590-8 mit der kleinen Betriebsnummer bekannt, bei denen dieser Wechsel bereits nachvollziehbar war.

Erst im Katalog 1984/1985 ├Ąnderte sich das Angebot, denn da waren nur noch die roten Ausf├╝hrungen zu sehen, w├Ąhrend die beige/t├╝rkise Version verschwunden war. Im Neuheitenprospekt von 1986 wurde aber zumindest der beige/t├╝rkise 515 noch als Auslaufmodell genannt. Im Katalog von 1988/1989 waren dann alle 515/815 aus dem Programm verschwunden.

Die Neukonstruktion (die nie kam)

Es war dann durchaus eine ├ťberraschung, dass bereits im Katalog 1989/1990 der 515/815 wieder eine Auferstehung erlebte, zumindest als Ank├╝ndigung. Auf der einen Seite war dies konsequent, da die Firma Lima ihr Programm immer mehr auf vorbildgetreue Modelle umstellte und viele bew├Ąhrte Modelle von fr├╝her eine technisch und optisch verbesserte Renaissance erlebten (z. B. Die 103, 280, 288). Auf der anderen Seite h├Ątte man aber nicht unbedingt mit einer Neuauflage beim 515/815 gerechnet. Wie auch immer, es wurden mit Vorbildfotos zwei Garnituren 515/815 in den Farben rot, sowie beige/t├╝rkis jeweils f├╝r Gleich- und Wechselstrom angeboten. In der Beschreibung war die Rede von einer L├Ąnge von 53 cm (also waren 2-teilige Garnituren vorgesehen), Kardanantrieb, werksseitig montierter Kurzkupplungskinematik und b├╝ndigen Fenstern. Lima selbst bezeichnete die Neuheit als ÔÇťSpitzenmodellÔÇŁ. So wurden angek├╝ndigt:
208037 LK ÔÇô 515 der DB und 815 in rot
208037 ACLK ÔÇô dto. In AC
208039 LK ÔÇô 515 der DB und 815 in b/t
208039 ACLK ÔÇô dto. In AC

Diese beabsichtigte gro├če ├ťberarbeitung, bzw. Neukonstruktion des 515/815, die sicher viele Freunde gefunden h├Ątte, fand dann jedoch nicht statt. Die genannten Garnituren sind in dieser Form mit den genannten Verbesserungen leider nie erschienen.

Die Neuauflage

Trotz der nicht erschienenen Neukonstruktion blieb Lima aber dem 515/815 treu und wollte offensichtlich die Ank├╝ndigung dann doch nicht einfach vergessen, oder man hatte festgestellt, dass sich die Neukonstruktion des Antriebsbereichs nicht rechnete. Wie auch immer, man entschied sich nun zu einer ├╝berarbeiteten Neuauflage des alten Modells, welche im Katalog 1990 (Europrogramm) angek├╝ndigt wurde. Abgebildet wurden weitgehend fertige Modelle, bei denen einige Details wie Scheibenwischer, Funkantenne, zuger├╝stete Pufferbohle auffielen. Dazu war die Menge an angek├╝ndigten Modellen durchaus beeindruckend. So sollten erscheinen (die Texte dazu wurden aus dem Lima Katalog ├╝bernommen):

208037 ETA150, rot, Serie 1952-1955 mit 3. Klasse
208037AC dto. AC

201215 ESA150, rot, Serie 52-55 mit 3. Klasse
201215AC dto. AC

201211 515, rot, Serie 55-60 mit 1./2. Klasse
201211 AC dto. AC

201216 815, rot, Serie 55-60 mit 2. Klasse
201216 AC dto. AC

201213 515, beige/t├╝rkis, Serie 75-80
201213 AC dto. AC

201218 815, beige/t├╝rkis, Serie 75-80, 2. Klasse
201218 AC dto. AC

208039 515, beige/t├╝rkis, Serie 64-75, 1./2. Klasse
208039 AC dto. AC

201217 815, beige/t├╝rkis, Serie 64-75, 2. Klasse
201217 AC dto. AC

201214 515, beige/t├╝rkis, ohne Latz, Serie ab 78, Sch├╝rze dunkelgrau, 2. Kl.
201214 AC dto. AC

201219 815, beige/t├╝rkis, ohne Latz, Serie ab 78, 2. Klasse
201219 AC dto. AC

Damit wurden gleich 5 komplette 515/815 Garnituren in Aussicht gestellt. Die Katalogabbildungen zeigten dazu einen roten 515, der als ETA150 der Epoche III beschriftet war. Die Betriebsnummer 815 606-9 am Rahmen deutete aber darauf hin, dass es ein Handmuster auf Basis der Erstserie war. Au├čerdem waren zwei beige/t├╝rkise 515er abgebildet, beide allerdings auch als ETA150 beschriftet. Klar, es waren Handmuster. Interessant war, dass einer der Wagen teilweise orangerote T├╝ren hatte, der andere einen umlaufenden t├╝rkisen Streifen unterhalb des Daches.

Und tats├Ąchlich, diese Neuauflage ist (zumindest teilweise) auch erschienen.

Als ich den ersten Lima 515 der Neuauflage in der Hand hatte, hatte ich das Gef├╝hl, hier im Vergleich zur Erstauflage tats├Ąchlich einen v├Âllig neuen Triebwagen gekauft zu haben. Alles war irgendwie feiner, die Bedruckung, die Lackierung. Wenn man aber die Neuauflage mit der Erstauflage direkt verglich, stellte man fest, dass dem gar nicht so war. Es war tats├Ąchlich die selbe Gussform. Da stimmt jede Klappe, jeder L├╝ftungsschlitz, jede Einkerbung und jeder T├╝rgriff ├╝berein.

Die optische ├ťberarbeitung beschr├Ąnkte sich auf wenige, aber unheimlich positiv ins Auge fallende Ver├Ąnderungen. So bekam der F├╝hrerstand eingesetzte Fenster mit Nachbildung der Scheibenheizung, dazu Scheibenwischer als Zur├╝stteile. Auch eine F├╝hrerstandseinrichtung war nun vorhanden. Im Bereich des Rundmotors wurden die Fenster mit Vorh├Ąngen hinterlegt, um diesen zu tarnen. Die Seitenfenster selber sa├čen zwar noch nicht b├╝ndig, aber deutlich besser als die lediglich hinterlegten Fenster der Erstauflage. Eine zus├Ątzliche Inneneinrichtung war nun auch ├╝ber dem antriebslosen Drehgestell zu finden. Auf dem Dach wurden die bisher angegossenen Pfeifen durch Steckteile ersetzt und eine Zugbahnfunkantenne gab es zudem. Weitere Zur├╝stteile f├╝r die Pufferbohle vervollst├Ąndigten das Modell. Dazu kam eine sehr gute Lackierung mit einer sauberen und feinen Beschriftung. Silbern abgesetzte T├╝rgriffe waren ein weiteres Plus.

Es war (zumindest f├╝r mich) beeindruckend, wie gut das alte Geh├Ąuse mit diesen kleinen Verbesserungen aussehen konnte. Man hatte wirklich das Gef├╝hl, ein neu konstruiertes Geh├Ąuse in der Hand zu haben. Man kann also durchaus den Konstrukteuren von 1970 gratulieren, dass 20 Jahre sp├Ąter das Geh├Ąuse mit seinen Details immer noch ├╝berzeugend aussah.

Allerdings war damit der 515/815 immer noch etwas zu kurz, der v├Âllig falsche Unterboden blieb und im technischen Bereich gab es ├╝berhaupt keine Ver├Ąnderung. Nach wie vor wirkte der bew├Ąhrte Lima Rundmotor auf ein Drehgestell und die Stromabnahme erfolgte je Drehgestell nur einseitig. Das war schon lange ├╝berholte Technik und nicht mehr zeitgem├Ą├č. Die einzigen Innovationen waren, dass das antriebslose Drehgestell nun eine Aufnahme f├╝r einen Schleifer besa├č und am Drehgestell ein NEM-Schacht fest angebracht war. Es war eben nur eine Neuauflage, keine Neukonstruktion.

Daf├╝r schlug Lima aber beim Steuerwagen zu und spendierte diesem doch tats├Ąchlich ein neues Geh├Ąuse. Bei dem wurden nicht nur einfach die (falschen) Batteriek├Ąsten unter dem Wagenboden weggelassen, sondern tats├Ąchlich auch die Batterieklappen und L├╝ftungsschlitze durch vorbildgetreue Klappen ersetzt.

Im Europrogramm 1991 wurden bei den Neuheiten vier Steuerwagen 815 gezeigt. Jedoch waren dies hier nun nicht mehr Handmuster, sondern eher retuschierte Bilder oder Zeichnungen. Aber diese Bilder zeigten ann├Ąhernd die Planungen von Lima und es waren alles Abbildungen von Steuerwagen (wegen den Klappen und dem Unterboden). Die Wagen waren die gleichen, wie bereits aus dem Katalog von 1990 bekannt. Es handelte sich um folgende Modelle (Texte aus dem Lima Katalog ├╝bernommen):
201215 / 201215 AC ESA 150 rot, Serie 1952-1955 f├╝r die 3. Klasse
201216 / 201216 AC ESA 815 rot, Serie 1955-1960, 2. Klasse
201217 / 201217 AC 815 ozeanblau/beige mit L├Ąchen in der Stirnfront, Serie 1964-1975, 2. Klasse (mit dem ÔÇťL├ĄchenÔÇŁ d├╝rfte das L├Ątzchen gemeint sein)
201219 / 201219 AC 815 ozeanblau/hellbeige ohne L├Ątzchen, Serie ab 1978, 2. Klasse

Dazu kamen im normalen Programm die Triebwagen der Baureihe 515:
208037 / 208037 AC ETA 150, rot, Serie 1952-1955 f├╝r die 3. Klasse
201211 / 201211 AC ETA 515, rot, Serie 1955-1960, 1./2. Klasse
201213 / 201213 AC 515, beige/t├╝rkis mit Frontlatz, teilweise rotorange T├╝ren, Serie 1975-1980
208039 / 208039 AC 515, beige/t├╝rkis mit Frontlatz, Serie 1964-1975, 1./2. Klasse
201214 / 201214 AC 515, beige/t├╝rkis ohne Frontlatz, Serie ab 1978, dunkelgraue Sch├╝rze, nur 2. Klasse

Zudem fand man die Bestellnummern von zwei Zugsets:
201220 Zugset mit 201211 und 201216
201221 Zugset mit 208039 und 201217

Nach dieser Vielzahl von Bestellnummern jetzt noch einmal in der Zusammenfassung. Lima hatte also insgesamt 5 Triebwagen der Baureihe 515 mit jeweils dazu passenden Steuerwagen angek├╝ndigt. Zwei Garnituren davon sollten auch als Set erscheinen. Was ist nun aber tats├Ąchlich erschienen und was nicht? Grunds├Ątzlich habe ich gelernt, dass es bei Lima nichts gab, was es nicht gibt. Also will ich auch nicht ausschlie├čen, dass tats├Ąchlich all diese Modelle erschienen sind.

Definitiv kann ich jedoch bisher best├Ątigen, dass der rote ETA 150 mit Steuerwagen ESA 150 erschienen ist. Dies tats├Ąchlich auch in zwei Ausf├╝hrungen. Allerdings h├Ątte ich je eine Garnitur in Epoche III und Epoche IV erwartet. Jedoch sind es beides Epoche III Fahrzeuge mit unterschiedlichen Betriebsnummern und Klasseneinteilungen, sowie ver├Ąndertem Zierstreifen. Hinzu kommen drei beige/t├╝rkise 515er entsprechend der Katalogbeschreibung. Also ein v├Âllig normaler mit Frontlatz, ein solcher mit teilweise roten T├╝ren, die evtl. einen Austausch nachbilden sollen und dann die Version ohne den Frontlatz, die ├╝brigens genau bei diesem Triebwagen 515 521-3 vorbildgerecht ist. Was hier dann eher st├Ârte, war dass auch gleich drei unterschiedliche T├╝rkist├Âne bei der Lackierung gew├Ąhlt wurden.

Bei den Steuerwagen 815 in beige/t├╝rkis sieht es dann ganz anders aus. Mir ist bisher kein solcher untergekommen, der auch das entsprechend ver├Ąnderte Geh├Ąuse hatte. Lediglich ein beige/t├╝rkiser Steuerwagen ohne Frontlatz ist mir bisher bekannt. Der ist dies aber nur aus technischer Sicht ist, also das Fahrgestell eines Steuerwagens ist vorhanden. Das Geh├Ąuse ist jedoch das des 515 521-3 (also mit den Batterieklappen) incl. dessen Beschriftung. Das kann daher auch ein Umbau eines Vorbesitzers sein. Mal abwarten, ob weitere auftauchen, bis dahin werde ich ihn nicht in die Liste aufnehmen. Auch an den beiden Packungen mit den Garnituren 515/815 zweifle ich bisher.

Ja und gab es die ganzen Modelle wirklich auch in Wechselstrom? Ich denke ja, denn man darf nicht vergessen, dass seinerzeit Lima den 515er nach meiner Kenntnis ohnehin nicht direkt ab Werk in Wechselstrom gefertigt hatte, sondern die AC Modelle vom Importeur umgebaut wurden, bzw. der Umbau veranlasst wurde. Auf jeden Fall gibt es Schachteln mit dem Wechselstrom Aufkleber, zumindest beim ETA150 007, die ein Erscheinen best├Ątigen.

Dann ging es pl├Âtzlich ganz schnell, obwohl es weiterhin keine besseren 515/815 auf dem Modellbahnmarkt gab (das Kato Modell erschien erst 1996). Bereits im Katalog von 1994 waren alle Akkutrieb- und Steuerwagen verschwunden. Dabei h├Ątte man durchaus erwarten k├Ânnen, dass Lima diese Modelle noch l├Ąnger fertigt und weitere Versionen auflegt. So kam es aber eben nicht.

Aber noch heute kann man die Modelle zu oft durchaus g├╝nstigen Preisen gebraucht erwerben. So z. B. w├Ąhrend der Erstellung dieses Modellbahnwahns (08/2011) gab es 515er der Neuauflage f├╝r ca. 30 - 40 EUR in Auktionen. Wer bereit ist, die L├Ąngenverk├╝rzung und das alte Antriebskonzept zu akzeptieren, kann damit noch heute die Zeit der Akkus auf seiner Anlage aufleben lassen.

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