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Modellbahnwahn

Obwohl die Modelle der 144 und 144.5 schon mehrere Jahrzehnte auf dem Markt sind und es die 144 nunmehr zur dritten Auflage gebracht hat, sind die Unterschiede gar nicht einmal so erheblich. Auf die wichtigsten will ich nun eingehen.

Zuerst einmal etwas, das sich nicht geändert hat. Das Gehäuse kann man ganz leicht dadurch nach oben abnehmen, indem die Seitenwände in der Mitte leicht gespreizt werden. Eine einfache und unkomplizierte Technik. Während bei der ersten Auflage die Rastnasen am Metallrahmen noch deutlich sichtbar waren, da sie durch Gehäuseaussparungen nach außen griffen, wurde dies später verbessert. Rastnasen an der Gehäuseinnenseite greifen in Aussparungen des Rahmens.

Dachbereich

Roco 144 und 144.5

Details

Zwei markante Profile im Vergleich

Das Dach wurde im Laufe der Zeit verbessert. Die Ursprungsversion war ja bereits durchaus ansprechend gestaltet. Überraschenderweise wurde bei der ersten Neuauflage (E44 017/E44 506) jedoch keine Detailverbesserung auf dem Dach durchgeführt. Jedoch wurde das Dach in einer überzeugenderen Lackierung in einem helleren Silberton ausgeführt. Die kräftig roten Dachleitungen in Verbindung mit neuen Stromabnehmern, sowie die nun dunkelbraunen Isolatoren und Dachlaufstege, vervollständigten das gute Bild. Das Loch für die Umschaltung Schiene/Oberleitung war nun verschlossen, aber noch deutlich sichtbar und konnte (falls gewünscht) leicht durchstoßen werden.

Die Detailverbesserungen auf dem Dach geschahen erst bei der folgenden E44 004/E44 508. Diese 2. Nummer der Neuauflage erhielt dann feinere Isolatoren und als kleines Detail sei noch vermerkt, dass die Dachpfeifen nun viel feiner ausgeführt wurden und aus Messing, statt aus Plastik bestanden.

Die aktuelle Auflage der 144 zeigt weitere Dachverbesserungen. neben den verfeinerten Stromabnehmern fällt nun auf, dass die Dachleitungen weiter vervollständigt wurden und ein veränderter Hauptschalter aufgesetzt wurde.

Dach der 144.5, deutlich sichtbar das Loch für die Stromumschaltung

Im Vordergrund das alte Dach der 144 mit den groben Isolatoren und der Pfeife rechts im Eck

Das Dach der neuen 244 136-8 der DR unterscheidet sich in einigen Details von der alten Ausführung. So wurden verbesserte Isolatoren verwendet und die feineren Pantos geben dem ganzen Dach ein völlig neues Aussehen. Die Form selber erfuhr jedoch keine Veränderung, was z. B. das inzwischen verschlossene, aber gut sichtbare frühere Loch der Umschaltung Ober-/Unterleitung zeigt.

Gehäuse

Schon bei der Ursprungsversion besaß das Gehäuse freistehende Griffstangen an den Vorbauten (bei der 144). Auch sonst waren die Details bei 144 und 144.5 sehr schön nachgebildet, insbesondere die vielen Nietenreihen. Daher verwundert es nicht, dass diesees Gehäuse bis heute fast unverändert Verwendung findet. Waren bei dem Ursprungsmodell der 144/144.5 die Stirnlampen am Gehäuse angegossen, wurde dies bei der ersten Neuauflage überraschenderweise nicht verändert. Erst mit der Auslieferung der 2. Betriebsnummer (E44 004/E44 508) bei der Neuauflage wurden die Lampen freistehend ausgeführt.

Dies in Verbindung mit den ähnlichen Feststellungen bei der Dachdetaillierung, lässt den Schluß zu, dass bei der Neuauflage zwar ein neues Fahrgestell verwendet wurde, bei Roco aber noch Gehäuse der Ursprungsserie auf Lager waren, die zuerst noch verwendet wurden. Erst als diese aufgebraucht waren, kam das Gehäuse mit den feineren Details zum Einsatz, was dann gleichzeitig eine neue Betriebsnummer erhielt. Das ist zwar nur meine Vermutung, aber es deutet vieles darauf hin, dass sie zutreffend ist. Schauen Sie einmal Ihrer 144er auf das Dach oder in die Lampen. Diese “Zwittermodelle” erkennt man auch daran, dass sie in dem Karton mit “Einschub”-Styroporteil ausgeliefert wurden.

Angegossene Lampen (links) und die spätere, freistehende Ausführung (rechts)

Die aktuelle Neuauflage der 144 glänzt insbesondere durch die freistehenden Griffstangen der Führerstandstüren und die verbesserten Trittstufen. Auch findet man nun Klappen auf der Oberseite eines Vorbaus, was bisher im Modell nicht berücksichtigt wurde. Aber auch bei der Neuauflage wurden die bisherigen Drehgestellblenden weiterverwendet. Die sind als solche ja nicht schlecht, nur damit setzt sich der winzige Fehler weiter fort, dass bei den inneren Achsen die Achslagerblende des Drehgestells nicht exakt mittig ist. Ob das jetzt an der Drehgestellblende liegt oder am Achsstand, keine Ahnung - und man muss schon mehrfach hinsehen, um dies überhaupt festzustellen.

Ein Blick in das Gehäuse der Ursprungsausführung

Eine Schwäche der Roco 144/144.5 ist bis heute die Gestaltung der Fenster, bzw. die paar Milimeter dahinter. Bei der Ursprungsserie war alles in einem mittelgrau hinterlegt (auch die Frontfester), was billig wirkte. Die Neuauflage hatte zwar besser wirkende, durchsichtige Fenstereinsätze, jedoch der dahinterliegende mittelgraue Metallrahmen lässt wieder keine große Freude aufkommen. Erst die Neuauflage bringt hier etwas mehr Tiefe, jedoch ist auch hier der Bastler gefragt, die Fenster mit einer vorbildgerechten Inneneinrichtung zu hinterlegen. Selbst ein Computerausdruck in gedeckten Farben hilft hier schon. Zu bemerken ist vielleicht noch, dass bei der aktuellen Auflage der 144 auch an den Frontfenstern die Scheibenheizungen nachgebildet wurden.

Innenleben

Drei Auflagen, drei verschiedene Innenleben - eigentlich klar, dass sich gerade beim Antrieb in den Jahren einiges verändert hat und auch die Ansprüche der Modellbahner an das Fahrverhalten gestiegen sind.

Die Ursprungsversion war mit dem großen Roco Rundmotor versehen. Über Kardanköpfe mit einer dazwischen eingebauten Kupplungsfeder wurden alle 4 Achsen angetrieben. Ein Prinzip, wie es Roco damals bei fast allen seinen Modellen anwendete.

Die Neuauflage hatte dann einen veränderten Metallrahmen und brachte so auch etwas mehr Gewicht auf die Schiene. Nun war der 5-polige Motor eingebaut, der über Kardanwellen die vier Achsen antrieb. Zur Verbesserung der Fahreigenschaften war eine kleine Schwungmasse vorhanden.

Die aktuelle 144 besitzt sogar zwei Schwungmassen, dazu ist eine Digitalschnittstelle vorhanden. Auch hier erfolgt der Antrieb auf alle vier Achsen (bei der Wechselstromversion auf drei Achsen). Für die Beleuchtung werden jetzt Microlämpchen verwendet, welche die bisherigen Lichtleiter überflüssig werden ließen.

Die aktuelle Auflage der 144 mit Schnittstelle und Microlämpchen

Schachtel

Zum Schluss

Auch der Anbringungsort der Loknummer / BD/BW Bezeichnung wurde bei den Modellen variiert. Auch die sonstigen Beschriftungen , wie Untersuchungsdaten usw., sind unterschiedlich.

Das Innenleben der Ursprungsausführung mit der Federkupplung

Die Neuauflage mit Schwungmasse

Die 144 und die 144.5 in der Ursprungsversion sind nur in der Klarsichtschachtel erschienen (siehe Bild). Eine Schachtel mit geschlossenem Stülpdeckel und Modellabbildung auf der Oberseite ist mir bisher nicht bekannt.

Außerdem ist es bei dem Styroporinnenteil endlich einmal egal, wie die Lok eingelegt wird (sofern nicht auf dem Kopf), es besteht keine Gefahr, dass Isolatoren abbrechen ;-)

Die Folgeschachteln erfüllten dieses Kriterium jedoch dann nicht mehr und es war wieder darauf zu achten, dass der Führerstand 1 nach links eingelegt wird.

Sicher gibt es noch weitere Unterschiede, auf die ich hier nicht eingegangen bin. Da mir hier im Moment keine Modelle der DRG-Versionen, der DR-Version, sowie der aktuellen Neuauflage vorliegen, belasse ich es (vorerst) bei dieser Detailübersicht. Wenn Ihnen weitere Unterschiede aufgefallen sind, dann mailen Sie mir bitte, ich nehme es gerne hier auf.