Auf dieser Seite gehe ich ein wenig (oder ein wenig mehr) auf die Details der Roco 111 ein. Zumindest auf das, was mir bei der Modellbetrachtung so aufgefallen ist. Zum Teil gehe ich dabei auch kurz auf das Vorbild ein. Sicher ist es nicht vollständig, daher freue ich mich auch immer über ergänzende Hinweise.
Viele Modelle habe ich gebraucht erworben, daher kann es auch sein, dass die Modelle kleine Beschädigungen haben oder von Vorbesitzern ergänzt oder ein wenig verändert wurden. Ich hoffe aber, dass ich die wesentlichen Unterschiede soweit wiedergeben konnte.

Von außen...

Roco DB 111 - Erstserie 1976-1998

Details

Gehäuse

Die Roco 111 wiederholt den bewährten Modellaufbau, wie ihn schon einige Modelle davor und noch mehr danach zeigten. Ein Kunststoffgehäuse sitzt auf einem massiven Metallgussrahmen, der den Mittelmotor und die Elektronikplatine trägt, außerdem sind die Drehgestelle an ihm befestigt. Das Gehäuse der Roco 111 besteht aus einem Teil, welches das Vorbild gut wiedergibt und eine Anzahl von Details in angegossener Form besitzt, wie z. B. die Griffstangen. Die Lüftergitter der Seitenwände sind extra eingesetzte Teile, wie auch der Dachaufbau. Auch die Fenster sind alles eingesetzte Teile aus durchsichtigem Kunststoff. Die Seitenfenster der Führerstände sitzen dabei ein wenig nach innen versetzt, was beim genauen Hinschauen nicht ganz optimal wirkt. Dafür meinen manche Modellbahner, dass die Frontfenster ein wenig zu sehr vorstehen. Das kann sein, ich vermute jedoch, dass hier das Problem (wenn man daraus eines machen will) eher daran liegt, dass die Frontfenster nicht sauber bündig sind. Dadurch ergibt sich seitlich und von oben betrachtet ein kleiner Schlitz, der stören kann. Dafür hat das Modell eine Inneneinrichtung der Führerstände, welche zwar nur angedeutet ist und zudem in der Mitte von einem auffälliger eckigen Kasten verunziert wird (dahinter verläuft der Lichtleiter), aber immerhin ist sie vorhanden und einseitig sogar mit einem Lokführer besetzt. Dazu kommen viele angesetzte Zurüstteile, wie die Signalhörner, Isolatoren, Stromabnehmerantriebe und Hauptschalter. Die Pufferbohlen sind ebenfalls extra eingesetzte Teile, können mit Bremsschläuchen ergänzt werden und im Falle einer Beschädigung ist ein Austausch leicht möglich.

Weniger schön war nicht nur das Rastloch der ersten Serie (nur bei der beige/türkisen 111 009-7), sondern auch die nur grau hinterlegten Seitenfenster. Dinge, die aber sehr schnell während der Produktion geändert wurden. Dann könnte man auch noch die relativ massiven Stromabnehmer erwähnen und die knubbeligen und relativ großen Isolatoren auf dem Dach. Auch das Dachloch für die Umschaltung Unter-/Oberleitung ist nicht ganz der Hit, wie auch deutliche Formtrennkanten.

Das, was ich hier beanstandet habe, kann man aber auch Klagen auf hohem Niveau nennen, denn das Modell erschien 1976! Dinge wie eingesetzte Führerstände oder freistehende Dachleitungen waren da noch keine Selbstverständlichkeiten wie heute, wo man sich beschwert, wenn die Führerstandsbeleuchtung nicht vorbildgetreu dimmbar ist. Kurz: Die Roco 111 war damals ein absolut attraktives Modell zu einem sehr guten Preis und selbst heute (nach mehr als 30 Jahren) können die späteren Ausführungen noch überzeugen und man muss genauer hinschauen, um die “alte” Erstserie zu identifizieren.

Dachdetails - Stromabnehmer

Die Modelle von Roco tragen von Modell zu Modell zwei verschiedene Stromabnehmer auf dem Dach (natürlich nicht gleichzeitig). So einen Einholmstromabnehmer, welcher dem Vorbildtyp SBS 65 nachgebildet ist und einen Scherenstromabnehmer, der den DBS 54a darstellt. Details hierzu gibt die wunderbare Seite “Bundesbahnzeit” wieder. Der Spezialist kann dort ganz tief in das Thema eintauchen.
Dazu nur ganz grob, dass es beim Vorbild verschiedene Tauschaktionen gab. Vereinzelt waren sogar unterschiedliche Stromabnehmer gleichzeitig auf den Dächern. Wenn man es daher ganz genau nehmen will, müsste man sich darüber informieren, welche Lok zu welchem Zeitpunkt welchen Stromabnehmer auf dem Dach hatte. Wem das Spaß macht, nur zu...alle anderen können festhalten, dass es sowohl beige/türkise, wie auch grau/orange 111er mit Einholm- wie mit Scherenstromabnehmern gab. Ab der 5. Bauserie (ab der 111 179, evtl. erst ab der 111 189), war dann ein verbesserter Einholmstromabnehmer vom Typ SBS 81 auf den Dächern. der sieht zwar wie ein SBS 65 aus, hat aber den Senkantrieb im Grundrahmen, der als Zurüstteil aufgesetzte Senkantrieb würde dann also nicht mehr benötig werden.

Dachdetails - Dachleitungen

Roco hatte bei den Modellen überwiegend den moderneren Einholmstromabnehmer verbaut. Bei der 111 009-7 und der 111 111-1 zuerst noch mit schwarzen Holmen, danach nur noch in rot. Ein Scherenstromabnehmer wurde erstmals bei der orientroten 111 068-3 verwendet und kam danach nur noch auf den beige/türkisen 111 026-1 und 111 045-1 auf das Dach.

Dass die Isolatoren aus heutiger Sicht etwas zu groß und zu knubbelig sind, hatte ich schon geschrieben. Es war eben Standardware, die auch auf das Dach der 111 gesetzt wurde. Auf den ersten Blick sieht das auch alles ganz gut aus, wenn man jedoch sich den Leitungsverlauf genauer ansieht, dann gibt es doch einige Unstimmigkeiten zum Vorbild. Die durchgehende Leitung zwischen den beiden Stromabnehmern, aufgeständert auf 5 Isolatoren, passt. Auch der rechtwinklige Abzweig zum Hauptschalter ungefähr in Dachmitte geht in Ordnung. Dann folgen aber auf dem Weg zum Hauptschalter 2 weitere Isolatoren. Davon ist nur der näher am Hauptschalter stehende korrekt, den anderen konnte ich bei den Dachaufnahmen des Vorbilds nie feststellen (bei Märklin und Fleischmann ist der auch nicht vorhanden).

Dann kommt der Hauptschalter und damit ein Hauptproblem. Der ist nämlich um 180° verdreht, aber einfach umdrehen geht wegen der Löcher zum Einstecken nicht. Also müsste man die verspachteln und neu bohren oder die Steckzapfen entfernen und den Hauptschalter aufkleben. Jetzt fehlt aber auch die Leitungsverbindung vom Hauptschalterende links zu dem mittigen Isolator, der völlig funktionslos auf dem Dach eingesetzt ist (oder ist das der Oberstromwandler?) - und dem Dachdurchführungsisolator, der zudem anders aussehen sollte. Die an diesem Isolator beim Modell dann angebrachte Verbindung vom Dachdurchführungsisolator zu der durchgehenden Dachleitung gehört zwar einfach nur weg, es ist aber eleganter, diesen Isolator um 90 Grad nach links zu drehen und damit die Verbindung zum links stehenden Isolator herzustellen. Dann fehlt außerdem der Isolator des Oberspannungswandlers, der dort sitzen müsste, wo das Dachloch zu finden ist. Das ist ein deutlich breiterer Isolator mit einer Verbindung zum Isolator der Dachleitung direkt daneben. Also Fehler vorhanden (und damit genügend Bastelspaß, wenn man es perfekt will), aber durchaus passabel und auf den ersten Blick stimmig. Das Foto zeigt die Originalausführung des Daches.

Hier habe ich versucht, zeichnerisch die Verbesserungsmöglichkeiten darzustellen. Nicht schön, aber dürfte ein wenig zu den oben beschriebenen Erläuterungen passen. Bitte aber beachten, ich stand leider nie auf dem Dach einer 111 und bezog das Wissen nur aus Literatur und Fotos. daher keine Garantie, dass es wirklich genau so ist und das dann auch bei allen Vorbildloks.

Dachdetails - Zugbahnfunkantenne

Die Zugbahnfunkantenne findet man beim Modell auf der Seite des Führerstands 2 nach außen zur rechten Lokseite hin versetzt zwischen den Dachhauben. Das passt mit Vorbildfotos überein. Allerdings gab es auch Vorbilder, bei denen die Zugbahnfunkantenne auf der gleichen Lokseite 2 blieb, aber auf die andere Seite gewandert ist und dann vor dem Dachlüftungsgitter des Bremswiderstandsturms seinen Platz fand. Nach den Vorbildfotos, die ich ausgewertet habe, dürfte es so sein, dass die Loks zuerst mit dem erstgenannten Aufstellungsplatz geliefert wurden. Später wanderte die Antenne dann auf den anderen Platz, zumindest auch ein Abnahmefoto der 111 221-8 zeigt dies schon. Bei älteren Lokomotiven wurde auch der Aufstellort geändert. So sind mir auch Fotos der 111 012-1, 111 037-2, 111 049-3 (Lufthansa) 111 072-5 und andere bekannt. Möglicherweise war die Nähe zur Hochspannungsdachleitung ein Grund für das Versetzen. Das von Roco extra eingesetzte Steckteil war anfangs aus Kunststoff, später, ab der 111 89-7 dann aus Messing.

Dachdetails - Signalhorn

Die beiden Signalhörner sind ebenfalls extra eingesteckte Kunststoffteile. Im Vergleich zum original etwas groß geraten, auch die Nachfolgeserie der 111 von Roco hat hier feinere und kleinere Teile eingesetzt, aber dennoch ist es so akzeptabel. Das Horn hat sich während der Produktion nicht geändert, von der Farbe einmal abgesehen, denn die Lufthansa 111 bekam lichtgraue Signalhörner und die orientrote 111 eben orientrote.

Dachdetails - Lüftergitter Bremswiderstandsturm

Wenn man schon bei Detailbetrachtungen ist, dann fallen einem Dinge auf, mit denen man gar nicht gerechnet hat. So auch das Lüftungsgitter des Bremswiderstandsturms. Das ist das flache Gitter in der mittleren Dachhaube. Das wurde um 90 Grad verdreht wiedergegeben. Tatsächlich müssten die drei deutlich sichtbaren Unterteilungsgitterstäbe längs der Lokrichtung laufen und nicht quer dazu. Bei Märklin und Fleischmann stimmt dies übrigens. Jetzt ist genau dieses Gitter jedoch gar kein fester Gehäusebestandteil, sondern ein eingestecktes einzelnes Kunststoffteil, so wie auch der erhobene Dachaufbau. Dieses kann relativ gut ausgerastet werden, aber aufgrund der Rastnasen nicht um 90 Grad versetzt eingebaut werden. Wer es genau nimmt, der schneidet die Rastnasen ab und klebt das Gitter richtig auf das Dach.

Dachdetails - Dachluke

Wenn man mal ein paar Stunden auf die Modelldächer der Roco 111er geschaut hat, dann bleibt man auch noch bei diesem Detail hängen. Die Dachluke sitzt auf der Seite des Führerstands 1 zwischen dem Senkantrieb und dem Mittelaufbau. Sie ist gut wiedergegeben, aber das Scharnier ist auf der falschen Seite. So schlägt die Luke in Richtung der Dachleitung auf. Richtig wäre es genau auf der anderen Seite.

Dachdetails - Oberleitungsumschaltung/Dachloch

Das Modell kann auf Oberleitungsbetrieb umgeschaltet werden. Hierzu sitzt auf der Platine in bewährter Weise ein Metallstift mit einem Schlitz für den Schraubendreher. Damit nicht jedes Mal das Gehäuse abgenommen werden musste, nahm man ein Loch im Dach in Kauf. Das ist praktisch, aber nicht hübsch. Auch hier gibt es Veränderungen. So schaute der Stift bei den ersten vier Modellen deutlich aus dem Dachloch heraus. Ab der 111 189-7 wurde er gekürzt und war nicht mehr sichtbar. Bei den letzten vier Modellen, also ab der 111 026-1, war dann auch das Dachloch verschlossen, auf den dort an sich sitzenden Isolator des Oberspannungswandlers wurde jedoch verzichtet.

Regenrinnen

Bei den Modellen der Roco 111 sind die Regenrinnen über den Frontfenstern sowie Seitenfenstern und -türen zuerst nicht lackiert worden, sondern blieben in Gehäusefarbe. Beim Vorbild waren dies aber schwarze Gummileisten. Roco hat dies dann ab 1991 zuerst bei der Lufthansa 111 049-3 berücksichtigt und ab da die Regenrinnen schwarz lackiert.

Scheibenwischer

Jetzt schauen wir der Roco 111 mitten in das Gesicht. Die Scheibenwischer sind auf die Frontfenster graviert und fein silbern lackiert. Das sieht gut aus und schon muss keine Zurüstteile auf der Strecke suchen. Aber siehe da, auch hier gibt es einen Unterschied. So wurden bei den ersten fünf Modellen, bis zur 111 189-7, die Wischer in der Endstellung unten nachgebildet. Die beiden Wischer liegen also unten am unteren Rand der Frontfenster. Ab der 111 178-0 wurde dies geändert. Nun war nur noch der (in der Draufsicht) linke Wischer unten, der rechte dagegen war in der Stellung “oben” am rechten Fensterrand. So blieb das mit einer Ausnahme bis zum Schluss. Die Ausnahme war die 111 167-3, bei der wieder beide Wischer unten waren. Zuerst ging ich davon aus, dass bei meinem gebrauchten Modell vielleicht etwas umgetauscht wurde, aber auch im Internet sah ich die 111 167-3 nur mit dieser Wischerstellung.

Was sagt das Vorbild dazu? Bei einer kleinen Suche in den eigenen Dias und im Netz scheint die häufigere Stellung wohl die zu sein, wenn beide Wischerarme oben sind. Die hat Roco jedoch gar nicht berücksichtigt. Die Stellung mit beiden Armen unten ist jedoch auch oft zu sehen, aber auch die “Oben/unten-Stellung” (egal, wer jetzt oben liegt...ähem...) gab es, wenn auch relativ selten.

Griffstangen

Machen wir es kurz, die Griffstangen sind alle angegossen, wie es beim Erscheinen des Modells bei den Herstellern noch absolut üblich war. Da sie an den Führerstandstüren überwiegend silbern lackiert sind, wirken sie auch gut. Beim genauen Vorbildvergleich haben aber alle Rocomodelle der Erstserie einen vermeidbaren Fehler. Bei den Modellen sind die Griffstangen der Führerstandstüren gleich lang. Beim Vorbild war dies aber nur bei der allerersten 111 so (111 001-4). Bei allen anderen Loks war die in Fahrtrichtung vordere Griffstange unten deutlich kürzer als die hintere, wie auch das Vorbildfoto der 111 177-2 zeigt.

Pufferbohle und Puffer

Die Pufferbohle ist ein Einsteckteil aus Kunststoff. Bei den ersten vier Modellen wurde es aber nicht nur eingesteckt, sondern von hinten heiß plattgedrückt. Bei der 111 189-7 wurde es nur noch eingesteckt. bei den folgenden 111 178-0 und 111 043-6 wurde es wieder plattgedrückt, danach aber nicht mehr, bis auf die 111 049-3, die ich habe. Das kann also auch noch andere Loks geben, bei welchen die Pufferbohle so gesichert wurde.

Es gibt zwei Versionen. Die Pufferbohle mit den runden Puffertellern und die Pufferbohle mit den eckigen Hochleistungspuffern. Die Pufferteller sind jeweils aufgesteckt, aber nicht tauschbar, da die Hochleistungspuffer kürzere Pufferhülsen auf der Pufferbohle besitzen und die Aufnahme eckig ist, damit die Pufferteller gerade sitzen. bei den runden Puffertellern ist die Hülse länger und die Aufnahme rund. Wenn man also tauschen möchte, dann muss die ganze Pufferbohle getauscht werden. das geht ohne Probleme.

Beim Vorbild wurden soweit ich es ermitteln konnte ab der 111 147-5 die eckigen Hochleistungspuffer eingebaut, durch Umbauten, Unfallreparaturen usw., erhielten aber auch weitere Lokomotiven diese Puffer. Wenn man es also ganz genau haben will, müsste man das jeweilige Vorbild zum jeweiligen Zeitpunkt betrachten. Aber dann geht auch irgendwann der Spaß an der Modellbahn verloren, meine ich. Dass aber beide Versionen berücksichtigt wurden ist ja auch schon etwas.

Inneneinrichtung

Die Inneneinrichtung der Roco 111 besteht aus der Einrichtung der beiden Führerstände und den Nachbildungen des Maschinenraumbereichs hinter den drei Seitenfenstern. Auch hier gibt es Unterschiede.

Fangen wir mit der Farbe an. Bei den ersten 5 Versionen bis einschließlich der 111 189-7 waren diese Kunststoffteile beige eingefärbt. Wobei bei der 111 009-7 und der 111 111-1 es gar keine Maschinenraumeinrichtung gab, hier waren die Fenster einfach nur graue Plastikeinsätze. Bei den folgenden 111 178-0 und 111 043-6 änderte sich die Farbe in ein helleres Grün. bei der orientroten 111 068-3 gab es wohl Modelle mit hellgrüner, aber auch mit hellgrauer Inneneinrichtung. Das Grün blieb auch bei der 111 044-4 und der Lufthansa 111 049-3 die Farbe der Inneneinrichtung. Die an sich dazwischen erschienene 111 167-3 jedoch trug wieder eine beige Inneneinrichtung. Dies, auch in Verbindung mit den Scheibenwischern lässt langsam darauf tippen, dass diese Ausführung schon früher gefertigt wurde, aber erst später auf den Markt kam oder ich mit dem Erscheinungsjahr (laut Katalogen) einfach falsch liege. Bei den letzten vier Modellen war die Inneneinrichtung dann hellgrau.

Machen wir mit der Maschinenraumeinrichtung weiter. Die beiden ersten Modelle der 111 009- 7 und 111 111-1 hatten keine, die Fenster waren graue Einsätze. Da das nicht gerade gut aussah und die Konkurrenz von Märklin und Fleischmann hier im Vorteil waren, erhielten ab der 111 094-9 auch alle weiteren 111er Modelle durchsichtige Fenster und eine Inneneinrichtung. So weit so gut? Ja, sah gut aus, wirkte wie ein Maschinenraum, passt! Erst im Internet stieß ich auf die Behauptung, dass diese Inneneinrichtung nun gar nicht zur 111 passte, sondern von der 151 stammte. Also mit Vorbildfotos und Planzeichnungen verglichen und es stimmte, dass sie nicht stimmte. Es war tatsächlich die Maschinenraumeinrichtung der Baureihe 151, die hier zweitverwertet wurde, nur etwas verkürzt. Klar, das ist schon wieder so ein Punkt, den manche mit Nietenzählerei beschreiben würden. Aber bitte, darum geht es mir gar nicht, etwas schlecht zu machen. Mir gefällt die Roco 111 und daher habe ich die ganzen Modelle in der Sammlung gehabt. Es ist nur ein Fakt (kein “alternativer” Fakt).

Roco hat tatsächlich die Inneneinrichtung der 151 genommen und zwar anfangs nur die der rechten Lokseite. Kann man daran erkennen, dass einem im mittleren Fenster der 111 so ein kleiner Kreis (wie ein Sehrohr) anschaut. Das ist auch auf beiden Seiten gleich, was beim Vorbild nun gar nicht stimmt. Erst bei der 111 043-6 taucht dann bei dem mir vorliegenden Modelle eine andere Inneneinrichtung auf. Das ist aber auch keine Neuentwicklung, sondern jetzt einfach nur die linke Maschinenraumeinrichtung der 151. Bei meiner 111 043-6 ist diese beidseitig eingebaut, bei der folgenden 111 068-3 findet man dann die rechte und linke Maschinenraumeinrichtung der 151 hinter den Fenstern. Dies wiederholt sich auch bei den fünf zuletzt erschienenen 111ern, dass die unterschiedlichen Einrichtungen der 151 verwendet wurden.

Wie das stimmig aussehen kann, zeigen hier zwei Bilder der Märklin 111 Inneneinrichtung. Aber liebe Roco Freunde, grämt Euch nicht, denn selbst bei der Neuauflage hat Roco soweit ich weiß bis jetzt (2018) die falsche, alte Maschinenraumeinrichtung der 151 verwendet.

Lokführer / Führerstand

Bei den Rocomodellen der Baureihe 111 sitzt normalerweise ab Werk im Führerstand 1 ein Lokführer. Blaue Uniform, Schildmütze und konzentriert bei der Sache. Klar manchmal fehlt der auch, wenn das Modell gebraucht gekauft wurde. Vielleicht ist er auch nur gerade im Maschinenraum. Aber selbst der wurde verändert und mit ihm der Führerstand. Bei den älteren Modellen war der Lokführer relativ hoch im Führerstand zu sehen. Seine linke Hand lag locker auf dem Steuerpult und seine rechte Hand hatte eine Begegnung mit einem Seitenschneider, damit das so passt. Irre, vermutlich musste sich jeder Lokführer vor dem Einbau dieser schmerzhaften Prozedur unterziehen.

Das konnte Roco so nicht lassen und daher wurde vermutlich ab der 111 068-3 ein kleinerer Lokführer verwendet, welcher die Arme vor dem Körper verschränkt. dieser sitzt jetzt auch tiefer, was vorbildgetreuer aussieht. Während der alte Lokführer einfach auf den Sitz geklebt wurde, wurde jetzt auch die Inneneinrichtung verändert, auf den Sitz kam noch ein Aufsatz im Spritzgussteil und ein Schlitz, in den die Figur einfach eingesteckt wurde. Ja klar, die 111 167-3 besaß noch den alten Lokführer.

Dann schauen wir an dieser Stelle noch den Führerstand von hinten an, denn jetzt habe ich ihn schon ausgebaut. Man beachte die Schabestellen in der Mitte. Hier musste Material abgenommen werden, damit sich der Getriebekasten dahinter drehen kann, ohne am Führerstand hängen zu bleiben. Ob das immer Handarbeit war? Zumindest bei den frühen Modellen unterscheiden sich die Abschabungen, danach wurde aber wohl die Spritzgussform bearbeitet, wenn auch nicht schön, aber die Abschabungen sind dann immer identisch.

Beschriftung

Die Beschriftung der Modelle ist rocotypisch sauber und vollständig ausgeführt. Den zu hohen Anbringungsort der Betriebsnummern bei der 111 009-7 und 111 094-9 habe ich ja schon erwähnt. Die Revisionsdaten stimmen vor allem bei den letzten fünf Modellen ab der 111 049-3. Davor wirken sie eher geschätzt, bzw. angenähert. Auch hier sei einmal mehr die 111 167-3 erwähnt, die ein Revisionsdatum vom 28.07.1979 trägt, beim Vorbild aber erst im Jahr 1981 gebaut und 1982 abgenommen wurde.

Noch ein paar Worte zum DB-Keks. Er hat sich nach den ersten vier Modellen etwas verkleinert, wenn auch nur gering. Dabei fällt die 111 178-0 beim ganz genauen Hinsehen noch etwas auf, denn während bei allen anderen S-Bahn 111ern der Keks schwarz gedruckt ist, scheint es hier so zu sein, dass er in Türkis gedruckt wurde. Das muss aber kein kein Fehler sein, denn ich meine, es gab Diskussionen, ob nicht tatsächlich bei der Einführung der S-Bahn Lackierung die Kekse türkis waren und es gibt einige Fotos, die darauf hindeuten. Schließlich hatte man ja türkise Klebekekse, also warum nicht diese verwenden?

Die letzten vier Versionen der Roco 111 erhielten dann auch nach der 111 068-3 rote DB-Kekse, wobei es aber bei allen Modellen die “alten” DB-Kekse waren, also nicht die vereinfachten DBAG-”Mager-”Kekse.

Drehgestellblenden

Die Drehgestellblenden sind fein und gut gestaltet. Sie besitzen zudem einige extra angebrachten Zurüstteile, welche das Drehgestell plastisch machen. Es gibt nur eine Blende, die unterschiedliche Seiten hat. Ich kann bisher nur annehmen, dass dies so korrekt ist, da es schwierig ist, gute Fotos vom Vorbild zu finden.

Rastloch / Gehäusebefestigung /Gehäuseabnahme

Mit diesem Punkt wechseln wir vom Äußeren des Modells zum Innenleben. Die Gehäusebefestigung der ersten Ausführung, der Roco 111 009-7, war in den Seitenwänden deutlich sichtbar (Foto weiter oben). Auf jeder Seite war mittig ein Loch im Gehäuse zu sehen, wo an sich die Betriebsnummer stehen sollte. Dort griffen Rastnasen vom Metallrahmen von hinten in das Gehäuse ein. Dort spreizt man das Gehäuse und kann es einfach nach oben abnehmen. Die Betriebsnummer musste aber nach oben wandern. So richtig hübsch war dies nicht und so änderte Roco sehr schnell diese Art der Befestigung. Schon bei der als zweites Modell aufgelegten 111 111-1 in der S-Bahn Lackierung war das Rastloch verschwunden und die Betriebsnummer saß an der richtigen Stelle. Für die Gehäusebefestigung waren nun innen am Kunststoffgehäuse vier Rastnasen vorgesehen, welche unter den Metallrahmen griffen und so die Verbindung herstellten. Beim Rahmen der mir vorliegenden 111 111-1 sieht man zudem deutlich, dass hier nachträglich noch die Metallrastnasen am Rahmen entfernt wurden.

Nicht so ganz schlau werde ich jedoch mit der 2. Auflage der beige/türkisen 111 von Roco, der 111 094-9. Obwohl hier keine Rastlöcher mehr vorhanden waren, verblieb die Loknummer noch an der früheren hohen Anbringungsstelle (Foto siehe oben). Das ist nicht vorbildgerecht und war evtl. einfach nur ein Versehen bei der Produktion.

Der Metallrahmen der 111 094-9 zeigt aber noch eine kleine Besonderheit. Hier sind erstmals nach unten gerichtet zwei kleine Stifte zu erkennen. Genau hinter diesen rasten die Rastnasen des Gehäuses ein und damit kann das Gehäuse nicht mehr in der Längsrichtung verschoben werden. Zwar verhinderte dies auch der Oberleitungsumschalter, der damals ja noch deutlich nach oben aus dem Gehäuse blickte, aber spätestens als dieser verkürzt wurde, waren diese kleinen Stifte sehr sinnvoll und blieben bis zum Schluss vorhanden.

Wie bereits geschrieben, muss man einfach nur die Rastnasen durch vorsichtiges Spreizen des Gehäuses überwinden und kann es nach oben abnehmen. Beim Wiederaufsetzen ist darauf zu achten, das der Oberleitungsumschalter auch wieder durch das Loch im Gehäuse schaut, bzw. dass er unterhalb des Lochs zu finden ist. Bei den letzten vier Modellen ist jedoch das Loch verschlossen, aber noch sichtbar, also kann man sich daran orientieren. Der Oberleitungsumschalter ist immer zum Führerstand 2 hin gerichtet. Noch ein Hinweis dazu: Wenn man die Lok von der Seite betrachtet und der Führerstand 1 links ist, dann ist zwischen den Drehgestellen der Aggregatekasten sichtbar. Wenn das dann nicht stimmt, dann wurde vermutlich das Kunststoffteil zwischen den Drehgestellen verdreht aufgesetzt.

Von innen...

Nach einer derartigen Detailflut von außen wird es fast schon langweilig beim Blick in die Lok hinein. Ein massiver Metallrahmen, der fast den ganzen Innenraum einnimmt, darauf eine Platine, ein paar Kabel, ein großer Motor und die Lok fährt. Der Metallrahmen war bei den ersten beiden Ausführungen 111 009-7 und 111 111-1 schwarz lackiert, danach unlackiert. Bei diesen beiden Modellen war der Rahmen im vorderen Bereich etwas höher, wurde danach dort etwas eingeschnitten. Den Grund dafür kann ich bisher nicht 100%ig nachvollziehen, denn auch die späteren Gehäuse passen auf diesen Rahmen, ich habe aber eine Vermutung. Der Rahmen der Roco 111 und der der Roco 110/112/140 sind praktisch identisch und wurden vmtl. auch ohne Einschränkung bei diesen Modellen verwendet. Der hohe Rahmen der ersten beiden Rocomodelle der 111 wäre jedoch teilweise hinter den Führerstandsseitenfenstern der 110/112/140 zu sehen. Mit dem Einschnitt war dies behoben. Das ist aber nur eine Vermutung.

Antrieb/Motor

Der Mittelmotor ist der bewährte Roco 5-Poler. der alle Achsen der beiden Drehgestelle antreibt. Bei den ersten beiden Versionen waren auf beiden Motorwellen Schwungmassen montiert, wie es auch im Katalog erwähnt wurde. Danach reduzierte Roco auf eine Schwungmasse, die zuerst weiter silbernfarben und dann ab vermutlich ab der 111 178-0 messingfarben war. Vermutlich überforderte das Auslaufverhalten mit zwei Schwungmassen die stromlosen Abschnitte vieler Modellbahnen. Auch der Motor wurde verändert und ab der 111 178-0 kam der Motor mit den flachen Kontakten zum Einsatz.

Eine weitere Änderung betraf den Antriebsstrang. Ursprünglich wurde der von Roco zuerst favorisierte Federantrieb eingebaut, bei dem zwischen Motor und Getriebekasten eine kleine Feder für die Kraftübertragung sorgte. Durch ihre Spannung und Entspannung sollte das Fahrverhalten positiv beeinflusst werden. So richtig bewährte sich dies aber dann doch nicht und vor allem die Schwungmassen sorgten für das gute Fahrverhalten. In der Konsequenz wurde die Feder ab der 111 178-0 durch eine Kardanwelle ersetzt.

Die Stromabnahme erfolgt von allen 8 Rädern durch Federbleche, die zuerst auf die Rückseite der Räder drückten, ab der 111 068-3 wurde dies geändert und sie drückten nun von oben auf die Spurkränze.

Platine

An sich gab es zwei Platinen, welche aber in ihren Funktionen nicht unterschiedlich waren, sondern nur in der Farbe. Die ersten vier Modelle besaßen die Ausführung in braunem Pertinax mit silbernen Leiterbahnen. Von da an kam die mit grünem Schutzlack überzogene Platine zum Einsatz. Ausnahme auch hier ist die 111 167-3, welche eine der alten Platinen besitzt, aber in einem deutlich helleren Braunton.

Beleuchtung

Bei allen Modellen wurde das System der Erstauflage beibehalten. Auf der Platine sitzen zwei Glühbirnchen, deren Beleuchtung mit der Fahrtrichtung wechselt und entsprechend für einen Lichtwechsel weiß/rot sorgen. Über Lichtleiter werden die Stirnlampen beleuchtet.

Zurüstteile

Roco legte den Modellen ein Tütchen (manchmal auch auf zwei verteilt) mit Kupplungen, sowie Bremsschläuchen in rot und schwarz, sowie den Heizkupplungen bei.

Bei der letzten Auflage der S-Bahn 111 entdeckte ich in der Schachtel auch noch einen kleinen Satz Wasserabschiebebilder (evtl. gab es den auch schon zuvor), auf dem ein paar Ziele der S-Bahn aus dem Ruhrgebiet spiegelverkehrt aufgebracht sind und so von hinten an der Frontscheibe aufgebracht werden können.

Waschzettel

Zuerst lag lediglich eine zweiseitige Beschreibung in DIN A4 bei, welche die wesentlichen Schritte der Wartung beschrieb.

Es folgten spätestens ab der 111 189-7 zwei Blätter. Eine Beschreibung und eine Ersatzteilliste, auch diese jeweils beidseitig bedruckt..

Letzte Waschzettelversion waren dann neben der Ersatzteilliste gleich zwei Beschreibungsblätter, zu einem 8-seitigen DIN A5 Heft gefaltet.

Verpackung

Roco verwendete die Standardverpackung mit einem Styroporunterteil und einen aufgesetzten Stülpkarton. Auch dieser erfuhr gewisse Veränderungen während der Produktion. Er zeige zuerst in einer Zeichnung den Inhalt. Auf der Seitenlasche war u. a. die Bestellnummer aufgedruckt. Dabei war der Schriftzug “Roco International” relativ plakativ zu lesen. Auf der langen Seitenlasche stand “Made in Austria”.

Der nächste Karton verzichtete auf den Begriff “International”, dafür war nun auf der langen Seitenlasche “Made in Austria by Roco” zu lesen. Noch war hier die alte Bestellnummer aufgedruckt. Später wurde diese zuerst überklebt, dann gab es auch Verpackungen mit beiden Aufdrucken. Bei diesen wurde auf der Seitenlasche auch Französisch gesprochen..

Die folgende Version zeigte nur noch die neue Bestellnummer und der Seitentext hatte sich etwas verändert.

Die letzte mir bekannte Version war dann die größere Schachtel mit dem Sichtfenster und dem seitlichen CE-Zeichen, wobei hier noch als Hersteller Roco in Salzburg angegeben worden war und für die EU die Stadt Freilassing. Also entstand die Schachtel vor dem EU-Beitritt von Österreich im Jahr 1995.

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