Piko DR 211/242

Vorbild

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der sowjetischen Besatzungszone im Gegensatz zu den westlichen Zonen nicht ein umfangreicher Wiederaufbau der Infrastruktur betrieben, sondern es wurden als Reparationsleistungen Gleise und vor allem die Anlagen und Lokomotiven des elektrischen Betriebs abgebaut. Die Ausgangslage für den elektrischen Betrieb war dadurch grundsäätzlich anders, als in den Westzonen. Erst nach und nach begann wieder ein Lokomotivbau, z. B. auch durch weitere Reparationsforderungen aus der UdSSR, wie auch durch den Bau vom elektrischen Lokomotiven für die polnische Staatsbahn. Schließlich fiel auch die Entscheidung, das wiederaufzubauende E-Netz mit 16 2/3 Hertz zu betreiben, vermutlich auch durch die Rückgabe der beschlagnahmten Loks und Anlagen aus der Sowjetunion gefördert.

Die zurückgeführten Lokomotiven waren in einem schlechten Zu- stand, aber es gelang eine große Anzahl von Lokomotiven der Bau- reihen E04, E44 und E94 wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Damit konnte ab 1955 wieder ein erster elek- trischer Betrieb aufge- nommen werden, der in den Folgejahren aus- gedehnt wurde.

So benötigte die Deut- sche Reichsbahn auch neue Triebfahrzeuge und dies führte dann zur Ent- wicklung der E11 und E42. Deren mechanische Basis war die bereits 1954 von LEW an die PKP (Polen) gelieferte Baureihe EU04

Die grüne 211 010-4 steht neben einer 244 im Hauptbahnhof Leipzig. Das Foto, wie auch die folgenden drei Vorbildbilder muss Anfang der 1980er Jahre entstanden sein.

Die mechanische Basis der neuen Lokomotive stellte in Grundzügen die bereits 1954 von LEW an die PKP (Polen) gelieferte Baureihe EU04. Elektrisch bemühte man sich um Lizenzen aus dem “Westen”, wozu es aber nicht kam. So entwickelte die DR auf der Basis der Vorkriegsbauarten, die zur Verfügung standen, die elektrische Ausrüstung für die E11/E42 weiter. Interessant, dass die DR sich bei der Bezeichnung der Lokomotiven weiter an das alte Schema der DRG hielt und dabei die inzwischen bei der DB entstandenen Baureihen E10, E40 und E41 berücksichtigte. So schlossen sich die Neuentwicklungen der DR als E11 und E42 an. Ein Vorgehen, das später die DB mit der Baureihe 111 nicht mehr für notwendig hielt. Aber auch die DR 250 “passte” nicht mehr. Während die E11 in erster Linie für den Personenverkehr gedacht war, erhielt die E42 als Hauptunterschied eine andere Getriebeübersetzung und damit eine geringere Höchstgeschwindigkeit, aber eine höhere Zugkraft.

Im Jahr 1961 kamen die Prototypen E11 001 und E11 002 auf die Schienen und wurden getestet. Diese beiden Loks unterschieden sich von den folgenden Serien optisch vor allem durch ihre Doppellüfter mit waagrechten Lamellen.

Ab 1962 wurden die Loks der Baureihen E11 und E42 in verschiedenen Serien abgeliefert. Bis zum Jahr 1976 dauerte dies an und es entstan- den 95 Lokomotiven der Baureihe E11, die ab 1970 als 211 bezeichnet wurde und 292 Lokomo- tiven der Baureihe E42 (ab 1970: 242).

211 078-1 und eine weitere 211 vor der Leipziger Bahnhofshalle.

Das Bild dürfte in Dresden entstanden sein und zeigt die 242 147-7.

Optisch kam es während der Produktion zu einer deutlichen Veränderung. So wurden die Loks zuerst mit den 4 Dop- pellüftern auf der Seite ausgerüstet, was dann ab der E11 043, bzw. der E42 023 in 6 Einzellüfter geändert wurde. Ab diesen Loks entfielen auch die beiden Verstär- kungssicken im unteren Rahmenbereich.

Während die E42 in den folgenden Jahren weiter gebaut wurde, war 1963 mit der E11 042 erst einmal Schluss. Erst ab 1970 wurden wieder weitere E11 abgeliefert.

1970 wurde auch die neue computerlesbare Betriebsnummer ein- geführt. Die E11 wurde zur 211 und die E42 zur 242.

Aufgrund ihrer Anzahl wurden die 211 und 242 schon bald im gesamten elektrischen Netz der DR heimisch und übernah- men eine Vielzahl von Bespannungsaufgaben. Erst als Mitte der 1980er Jahre die neue Baureihe 243 erschien, gingen diese Leistungen zurück, bzw. wurden an die neue Lok abgegeben.

So gelangten auch noch eine Anzahl von Lokomo- tiven beider Baureihen nach der Wiedervereini- gung zur der DBAG und wurden dort dann als Baureihe 109 (ex 211) und 142 (ex 242) geführt. Allerdings war Ihr Stern schon lange am Sinken und der Rückgang der Verkehrsleistungen tat sein übriges.

Die 242 285-5 dürfte in Kürze ihren Zug von Dresden nach Riesa/Leipzig schieben.

Es gab aber durchaus Interessenten für die doch schon betagten Reichs- bahn E-Loks. So wander- ten über 20 Lokomotiven in die Schweiz, wo sie bei der SOB, GFM und MThB (Lokoop) ein neues Be- tätigungsfeld fanden. Teilweise mit bunter Werbung versehen be- währten sich die Loks auch dort.

Aber auch bei Privat- bahnen in Deutschland wurde die 211/242 ein- gesetzt und selbst heute kann man vereinzelt die Maschinen noch auf der Strecke erleben, wenn dazu aber auch schon ziemliches Glück gehört.

Die Ae 477 905 war einmal die 142 191 der DR, bevor sie zur Mittelthurgaubahn kam und dann in den Farben des Orient-Express erstrahlte. Kreuzlingen am 20.07.2002.

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