Vorneweg

Ein Modell, welches erst vor wenigen Jahren erschienen ist, hat natürlich bisher nur wenige bis gar keine Änderungen erfahren. So ist es auch mit der Piko 218. Bisher konnte ich eigentlich keine Modelländerungen feststellen. Also beschränken wir uns hier einfach auf das, was derzeit Piko bei der 218 anbietet. Vom Gehäuse bis zum Innenleben.

Vorab wieder der Tipp, wie das Gehäuse abzunehmen ist: Bei der Piko 218 ist das Plastikgehäuse auf dem Metallrahmen aufgesetzt. Die Trennkante verläuft in etwa bei der Trennung zwischen beige und türkis oder verkehrsrot und grau. Zuerst ist von auf der Unterseite eine Schraube zu lösen. Dann gibt es aber noch zwei Rastnocken, die sich genau hinter der Frontmitte verstecken. Wenn man aber mit dem Fingernagel unterhalb der Frontlüftungsgitter einfährt und dann vorsichtig Druck nach oben ausübt, springt das Gehäuse auch nach oben weg. Eigentlich eine einfache, aber sehr effektive Art der Gehäusebefestigung.

Innenleben

Piko Hobby - DB 218

Details

Heute fange ich mal im Inneren der Lok an. Dort treibt ein Mittelmotor über Kardanwellen alle 4 Achsen der Lok an. Dies gilt auch bei der Wechselstromversion. Haftreifen sucht man vergebens, aber wenn die Zugkraft nicht mehr ausreicht, dann nimmt man eben eine zweite 218 zur Verstärkung. Bei der Wechselstromversion wurde ein Digitalrelais eigebaut, welches lose über dem Motor aufliegt. Eine Digitalschnittstelle ist zwar nicht vorhanden, auf der Platine sind aber schon (bei der AC-Version) die Lötlöcher für den Stecker zu sehen. Spätere Auflagen waren dann mit der 8-poligen Schnittstelle ausgestattet worden.

Das Innenleben der Gleichstromversion

Und hier das Gleiche in Wechselstrom

Dann aber auch noch ein Blick in die 218 144-7 (Bestellnummer 57513) von 2010 zum Vergleich

Das Innenleben ansonsten ist einfach und auf das Wesentliche beschränkt. Es gibt jeweils eine Glühbirne hinter den Frontlampen, die aber nicht mit der Fahrtrichtung umschaltet, so strahlt sie immer in weiß in jede Richtung. Auch auf Schwungmassen wurde verzichtet. Die Inneneinrichtung der Führerstände mit einem Lokführer vermittelt aber schon wieder mehr Modellgefühl. Die Inneneinrichtung wurde einfach mit etwas Heißkleber fixiert, sitzt aber passgenau. Interessanterweise stellt man bei einer genauen Betrachtung dieser Führerstandseinrichtung und der Lichtleiter fest, dass gerade die Beleuchtung durchaus in eine mit der Fahrtrichtung wechselnde Beleuchtung umbaufähig ist, da zumindest die Lichtleiter für Front- und Rücklicht optisch durch eine Plastiktrennung geteilt sind. Nur fehlt im Rahmen dann die zweite Glühlampe für das Rücklicht, sowie die entsprechenden Dioden. Aber möglich wäre es!

Das Äußere

Irgendwo musste Piko ja sparen, wenn man eine Lok zu einem günstigen Preis anbietet. An der Lackierung und Beschriftung allerdings wurde glücklicherweise nicht gespart. Diese ist sehr sauber und genau ausgeführt worden. Alle Beschriftungen sind konturenscharf und wirken vollständig. Selbst die Fensterrahmen des Führerstandes haben einen silbernen Rahmen erhalten. Die Drehgestelle sind schon etwas flacher graviert, aber noch durchaus brauchbar. Das Sparprogramm dieser Lok fällt mir am stärksten zwischen den Drehgestellen auf. Der dortige Anbau wirkt sehr einfach und blockartig. Auch das Dach ist einfach gehalten und auf die Gravierung von Nieten usw. wurde verzichtet. Das schadet dem Gesamteindruck dann doch etwas stärker. Natürlich sind alle Griffstangen auch nur angespritzt und nicht freistehend ausgeführt worden. Die nicht hinterlegten, sondern nur schwarz lackierten Fenster im Maschinenraumbereich wirken dagegen gar nicht schlecht und fallen erst beim zweiten Blick auf.

Beschriftungsdetail der Railion 218

Noch ein Wort zum Dach. Die dort dargestellten Lüfter der Kühlanlage sind quergerippt. Es handelt sich dabei um die Bauform “A” der Firma Behr. Eine Vielzahl der Vorbild 218er der 1. bis 3. Bauserie, also bis zur Betriebsnummer 398, sind so ausgerüstet. Piko hat zudem genau dieses Teil als separates Einsteckteil ausgeführt, was kaum zu erkennen ist, aber von innen deutlich wird. Damit wäre es Piko möglich, auch andere Dachlüfterversionen (Längsrippen, Lüftungsgitter) darzustellen, was bisher aber nicht geschehen ist.

Eine kleine Änderung betrifft die Drehgestellblenden von unten. Bei den ersten, lediglich für Gleichstom ausgelieferten Modellen, war es ein durchgehendes Plastikteil. Bei den späteren Versionen, die auch für Wechselstrom angeboten wurden, hat Piko dies geändert und den Drehgestellboden mit einem abnehmbaren Plastikteil, durch eine Schraube gesichert, versehen. So ist es auch Selbstumbauern möglich, eine Wechselstromversion herzustellen.

Bei den Drehgestellblenden hat Piko die Version mit den Blattfederelementen gewählt. Beim Vorbild waren damit die Lokomotiven bis zur Betriebsnummer 218 298 ausgerüstet. Piko hat sich damit bis auf ein paar wenige Ausrutscher mit der Betriebsnummernwahl am Vorbild orientiert.

Insgesamt gibt die Piko 218 den Eindruck des Vorbildes zwar vereinfacht, aber überzeugend wieder. Den Preis, den man für dieses Modell zahlen muss, ist sie auf jeden Fall wert und wer ein wenig Geschick und Bastellust hat, kann auf dieser Basis sogar noch einige Verbesserungen vornehmen, die das Modell verbessern.

Ich habe dies selber zwar noch nicht ausprobiert, möchte aber jetzt einfach ein paar Verbesserungsgedanken loswerden für den einen oder anderen Regentag. Sofern ein anderer Modellbahner diese schon umgesetzt hat - über ein Foto einer verbesserten 218er freue ich mich immer und würde es hier gerne zeigen. Weitere Ideen nehme ich natürlich ebenfalls gerne auf.

Verbesserungsideen für die Piko 218:

Griffstangen - Die Griffstangen der Führerstandstüren sind beim Vorbild silbern. Ein Lackstift verbessert den Eindruck. Das gleiche gilt für die Türgriffe.

Trittstufen - Bei der Piko 218 fällt der Lokführer nach der letzten Treppe am Gehäuse in die Leere, da weitere Griffstangen fehlen. Könnte man hier nicht von Roco die Trittstufen der 215er verwenden und an den Drehgestellen anbauen?

Pufferbohle - Sehr einfach und ohne Details. Aber ein Griff in die Zurüstbeutel von anderen Herstellern könnte Wunder wirken, wenn Heizkabel, Bremsschläuche und ein neuer Kupplungshaken angebracht sind.

Kraftstoffdeckel - Wenn im Rahmen die Vertiefung um den Kraftstoffdeckel dunkel ausgelegt wird, erhöht sich die räumliche Tiefenwirkung.

Frontlüfter - Beim Vorbild sind hier vor allem die waagrechten Streben zu sehen, bei der Piko 218 wirkt es wie ein Gitter. Ein wenig dunkel hinterlegt, müsste es besser aussehen.

Oberes Spitzenlicht - Silbernen Rahmen der Lampenfassung ergänzen.

Beleuchtung - Einbau einer Beleuchtung für das Rücklicht und Verdrahtung, bzw. Ergänzung mit Dioden müsste möglich sein, um einen Lichtwechsel nachbilden zu können.

Dach - aufgrund der fehlenden Nieten usw. kann hier nur wenig verbessert werden. Aber Abgashutzen von Fleischmann und ein schmutziggrauer Überzug mit dem Airbrush verbessern das Aussehen dann doch.

Natürlich kann man noch weiter denken und die Fenster auf den Gehäuseseiten ausbohren und richtig hinterlegen usw., aber mit den o. a. Veränderungen stellt sich die Piko 218 bestimmt schon etwas besser dar.

Die Verpackung

Wie üblich bei Piko Hobby wurde die Lok in eine durchsichtige Tiefziehschale eingelegt. Darauf kam der passende Deckel und das Ganze wurde in einen Karton mit Klarsichtfenster geschoben. Bei der orange/grauen 218 hatte sich erstmals das bisherige Design der Schachtel in die grau/roe Designvariante geändert.

Von der ursprünglichen Verpackung gab es zwei unterschiedliche Ausführungen hinsichtlich der Größe des Sichtfensters und der Anbringung des “Hobby” Schriftzugs (unten die ältere Version).

Als Beilage fand sich neben Pikoprospekten auch wieder eine Übersichtszeichnung mit der Angabe von Ersatzteilnummern. Das ist hilfreich und sinnvoll. Denn besonders die Kupplungskonstruktion ist nicht ganz der letzte Hit und hier kann es nach längerem Betrieb durchaus zu einem Brechen der Kupplungshalterung kommen. Die kleine Feder, die für die Rückholung in die Mittelstellung zuständig ist, findet sich danach höchstens noch im Staubsaugerbeutel.

Noch eine Bemerkung. Alle Schachteln der Piko Hobbyloks (Taurus, TRAXX, Europrunner usw.) waren gleich groß, bis auf die der 218. Diese Schachtel war etwas niedriger. Dies änderte sich ab der 57513 im Jahr 2010. Nun war auch die Verpackung der 218 identisch zu den anderen Hobbyserien und erstmals wurde das Unterteil aus Styropor gefertigt.