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Modellbahnwahn

Die Entwicklung der V80

Im Gegensatz zu den elektrischen Lokomotiven, von denen es schon vor dem 2. Weltkrieg eine große Anzahl gegeben hat und die wichtige Transportleistungen erbrachten, stand die Dieselstreckenlokomotive noch zurück. Zwar dienten Dieseltriebwagen als Stars im Schnellverkehr der DRG und ernteten weltweit Aufsehen, auch gab es Diesellokomotiven wie die V20 und V36 für leichte Aufgaben. Als richtige Dieselstreckenlokomotive für schwere Aufgaben fällt einem jedoch außer verschiedenen Probelokomotiven und der D 311 (später V188/288), die immerhin in mehreren Exemplaren gebaut wurde, nichts mehr ein. Dabei darf man auch nicht übersehen, dass die militärische Verwendbarkeit und die militärischen Transportaufgaben Grundlage dieser genannten Lokomotiven waren und nicht der normale Streckendienst.

Lima DB V80 / 280

Das Vorbild

Die Museumslok V80 002 am 15.09.1996 in Behringersmühle

Nach dem 2. Weltkrieg stand die junge Deutsche Bundesbahn vor der Aufgabe, die Kriegsverluste im Lokomotivpark zu ersetzen. Im Rahmen eines ersten Typenprogramms für Verbrennungsfahrzeuge wurde dabei im Jahr 1949 neben Triebwagen, Gütertriebwagen und Schienenbussen auch eine Lokomotive mit 800 PS für den gemischten Verkehr und Rangieraufgaben vorgesehen. Auf dieser Basis kam es 1950 zur Bestellung von 10 Lokomotiven, die je zur Hälfte von Krauss-Maffei und MaK gefertigt wurden. Diese 10 Maschinen, die als V80 001 bis V80 010 bezeichnet wurden, stellten den Neuanfang der Entwicklung von Diesellokomotiven bei der DB dar und die mir ihnen gemachten Erfahrungen flossen in die späteren Produktionsserien von ein- und zweimotorigen Diesellokomotiven mit hydraulischer Kraftübertragung ein.

Der Einsatz bei der DB

Zwischen November 1951 und November 1952 wurden die 10 Lokomotiven abgeliefert. Dabei wurden die Bahnbetriebswerke Frankfurt-Griesheim und Bamberg die Heimat der V80. Natürlich wurden umfangreiche Testfahrten durchgeführt, welche Loks auch in den Schwarzwald, auf die Allgäubahn und bis nach Jugoslawien und Griechenland im Rahmen einer Präsentationsfahrt des VT10 551 brachten.

Frankfurt und Bamberg blieben auch in den Folgejahren die Heimatbetriebswerke, von wo aus die Loks Wendezugeinsätze fuhren, aber auch im Eilzugverkehr zum Einsatz kamen. 1957 erhielten die Lokomotiven als erste optische Veränderung das dritte Spitzenlicht eingebaut. Eine weithin sichtbare optische Veränderung brachte die Verwendung eines silbernen Schalldämpfers als Dachaufsatz, mit dem die Maschinen zwischen 1957 und 1960 versehen wurden. Die V80 006 hatte dabei als erste so ausgerüstete Lok eine andere Bauform des Schalldämpfers erhalten. Bis 1969 wurden diese Schalldämpfer aber alle wieder abgebaut.

V80 002 zwischen Forchheim und Behringersmühle am 15.09.1996

Das 2. Leben der V80 / 280

Ab 1963 waren alle Lokomotiven in Bamberg beheimatet worden, von wo aus sie auf verschiedenen Nebenbahnen den Hauptverkehr übernahmen. Aber auch auf den Hauptstrecken war die V80 zu finden. Würzburg, Nürnberg und Coburg waren Anlaufstellen. Die Umzeichnung in die EDV-Beschriftung im Jahr 1968 erlebten auch alle Lokomotiven der Baureihe. Mitte der 70er Jahre zeichnete sich dann aber langsam ab, dass die Baureihe V80 als relativ unterhaltungsaufwendige Splittergattung abgestellt werden soll. Im Juli 1976 wurde mit der 280 004-3 die erste Lok dieser Baureihe von der Ausbesserung zurückgestellt. Ein Jahr später folgte die 280 010-0. Danach ging es innerhalb kürzester Zeit allen anderen Maschinen an den Kragen und im April 1978 wurde mit der 280 002-7 die letzte Vertreterin dieser Gattung z-gestellt und im Juli 1978 ausgemustert.

Im Jahr 2005 fand man die V80 007 in Bari (oben) und die V80 005 in Ortona

Die ausgemusterten V80er wurden aber nicht, wie es heute üblich wäre, verschrottet, sondern die DB suchte für sie Käufer. Immerhin waren die Lokomotiven erst ca. 25 Jahre alt und durchaus noch gut einzusetzen. Die 280 002-7 ging dabei aber den Weg als Museumslokomotive der DB. Nachdem sie längere Zeit in Bamberg hinterstellt worden war, erhielt sie eine Hauptuntersuchung, um im Jubiläumsjahr 1985 (150 Jahre Deutsche Eisenbahnen) eingesetzt zu werden. Danach war die wieder als V80 002 bezeichnete Lok bei vielen Sonderfahrten unterwegs, bis sie beim Brand des Betriebswerks Nürnberg-Gostenhof zerstört wurde.

Die 280 010-0 kam nach der Ausmusterung zur Hersfelder Kreisbahn, wo sie als V31 eingesetzt wurde. Dort bespannte die Lok leichte Güterzüge, für schwere Güterzüge war sie jedoch nicht geeignet. Daher stellte die Hersfelder Kreisbahn die V31 nach einem Schaden 1981 ab. Die Lok erhielt danach eine Hauptuntersuchung und wurde nach Italien verkauft, wohin die anderen 8 Schwesterloks bereits nach der Ausmusterung ausgewandert waren.

Die neun nach Italien ausgewanderten Lokomotiven kamen bei verschiedenen Gleisbaufirmen und Privatbahnen zum Einsatz. Dabei erhielten sie auch verschiedene bunte Lackierungen, von dunkelblau über grün/orange bis gelb. So blieben bis zum Jahre 2002 verteilt auf zwei Länder und viele verschiedene Orte alle zehn V80 erhalten. Erst 2002 soll als erste V80 die frühere 280 004-3 in Italien verschrottet worden sein. Die DB Museumslok V80 002 verbrannte ja in Nürnberg.

Noch besteht also die Möglichkeit, bei einem Italienurlaub über eine V80 zu stolpern. Außerdem gibt es ja auch einen Rückkehrer nach Deutschland.

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