DB 232 von Rivarossi und Brawa - Ein kleiner Vergleich

Viele Jahre gab es nur eine einzige Möglichkeit, sich eine der größten Dieselloks der DB auf die Modellgleise zu holen. Das war das Modell von Rivarossi, das ca. 1971 erschienen ist. An sich konnte dieses Modell über viele Jahre überzeugen. Die Detaillierung war gut gelungen, die Lüfter sauber graviert, es gab eingesetzte Fenster und Führerstandseinrichtungen. Zu bemängeln waren optisch lediglich die etwas zu groß geratenen und etwas verwischten Beschriftungen und vor allem die Hochbeinigkeit der Lok. Technisch war die Lok mit dem Topfmotor auf einem Drehgestell und Antrieb auf nur 2 Achsen schon schnell überholt und eigentlich beim Erscheinen schon nicht mehr aktuell. Dennoch fand die Lok mangels Alternativen viele Freunde und ihr Erscheinen auf vielen Anlagen und war durchaus beeindruckend.

Schließlich erschein die V320/232 der DB im Jahr 2004 in einer optischen und technischen “Up-to-Date” Auflage bei Brawa. Mittelmotor, feine Gravierungen, saubere Beschriftung, Antrieb auf alle Achsen (auch bei der AC-Version), eingesetzte Griffstangen, freistehende Details an den Drehgestellen und Rahmen sowie vorbildliche Höhe der Lok waren nur einige Pluspunkte, die genannt werden müssen. Dass es die Lok natürlich auch mit Sound gab, sogar mit zwei Sounddecodern, für jeden Motor einen, kann auch erwähnt werden.

Für viele Modellbahner war klar, dass damit die alte Rivarossi Lok ersetzt werden musste. Allerdings hatte so eine neue Modelllok auch ihren Preis und die ganzen vielen Euros kann und will nicht jeder ausgeben. So hat die Rivarossi 232 noch immer ihre Berechtigung als eine günstige Alternative, auch wenn sie nur noch auf dem Gebrauchtmarkt zu haben ist.

Da mir gerade beide Modelle vorlagen, lag es nahe, einen kleinen Vergleich zu machen, so dass sich jeder ein Bild von den beiden Loks machen kann. Für welche man sich dann entscheidet, lasse ich offen, denn es geht hier nicht darum festzustellen, welches Modell besser ist, dazu liegen viel zu viele Jahre zwischen dem Produktionsbeginn, es ist mehr eine Frage, mit was man zufrieden ist.

Das Modell von Rivarossi ist immer oben, bzw. links abgebildet. Beide hier gezeigten Modelle sind die AC-Version. Viel Spaß im “Dies+Das im Modellbahnwahn” und mit den 232ern von Rivarossi und Brawa.

Beim einfachen Blick von der Seite aus einer gewissen Entfernung fällt es gar nicht so leicht, die alte Rivarossi Lok von der neueren Brawa Ausführung zu unterscheiden. Es fällt aber jetzt schon auf, dass der Rotton beim Rivarossi Modell (oben) dunkler gehalten ist.

Das Dach der Rivarossi Lok ist silbern, das der Brawa 232 grau. Besonders fallen hier die Unterschiede bei der Gestaltung der Lüftungsgitter über den Ventilatoren auf. Vorbildfotos wären da nicht schlecht, die ich aber noch nicht gefunden habe.

Bei der Frontansicht kann man deutlich erkennen, dass das Modell von Rivarossi höher ist. In der Länge ist dagegen die Brawa Lok sogar wenige Millimeter länger.

Das Innenleben offenbart riesige Unterschiede. Auf der einen Seite der Stand von ca. 1971, aber immerhin schon mit Führerstandseinrichtungen. Auf der anderen Seite Technik, Lautsprecher und Decoder bis unter das Dach.

Gar nicht so schlecht, der Rivarossi Kopf der 232. Erst beim genauen Hinsehen fallen die freistehenden Griffstangen der Brawa 232 auf, sowie das Fehlen der Formtrennkante, was heute noch nicht selbstverständlich ist.

Blick auf die Lokseite. Die deutlich feinere Beschriftung der Brawa Lok ist zu erkennen.

Schräg von unten sieht man die kleine freistehenden Zurüstteile bei der Brawa Lok. Auf der anderen Seite war selbst bei der Rivarossi 232 der Unterboden schon treffend gestaltet worden. Zudem sieht das Seitenfenster dort einfach besser aus, als das direkt grau hinterlegte Pendant bei Brawa.

Die Drehgestelle. Also wenn man die Drehgestellblende der Rivarossi 232 noch mit den Trittstufen der Brawalok ausrüsten würde, wo wäre da noch der Unterschied?

Ich finde es interessant, wie gut das Rivarossimodell von 1971 optisch noch heute bestehen kann. Deutliche Mängel sind aber die Beschriftung, die Hochbeinigkeit und vor allem das Innenleben. Aber mit ein wenig Bastelaufwand kann man optisch noch was machen und die Lok tieferlegen oder nur die Griffstangen an den Türen lackieren. Technisch dagegen sind es Welten, die zwischen den beiden Loks liegen.

bahnwahn Modellbahnwahn

Erstellt: 16.08.2010

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