DB 101 in H0 - Ein kleiner Vergleich

Mit dem Erscheinen der Piko 101 im Oktober 2008 war das Quartett der modernen Schnellzugloks der DBAG voll. Immerhin hatten sich schon Fleischmann, Märklin (mit Trix) und Roco den Markt aufgeteilt und das bereits vor vielen Jahren. Das Piko Modell war jedoch das erste, welches im günstigen Hobby Segment seine Marktnische suchte.

Alle haben ihre Stärken und auch Schwächen. Hier stelle ich die vier Modelle mit ein paar Hinweisen auf einzelne Punkte im Bild vor, damit sich der Modellbahnfreund selber eines machen kann. Ich beschränke mich mangels aussagekräftiger Testmöglichkeiten nur auf den optischen Eindruck und nicht auf die Lauf- und Regeleigenschaften. Und noch ein kleiner Hinweis...den Preis sollte man auch berücksichtigen.

Viel Spaß im “Dies+Das im Modellbahnwahn” und mit den 101ern.

In allen Bildergruppen sind die Loks in alphabetischer Reihenfolge abgebildet, also wie folgt:

Fleischmann

Märklin

Piko

Roco

Beim ersten Blick ist es gar nicht so einfach, die verschiedenen Hersteller auseinander zu halten. Alle vier Modelle bringen das Vorbild überzeugend in den Maßstab 1:87

Bei einem genaueren Blick werden aber erste Unterschiede deutlich. Nur das Modell von Märklin besitzt an den Fronten angesetzte Griffstangen. Bei Piko wirkt der Fenstereinsatz irgendwie auffälliger. Im Vergleich sehen die Roco und Märklin Puffer kürzer aus.

Die Seitenansicht zeigt weitere Unterschiede. So haben Fleischmann, Märklin und Roco das kleine Eckfenster links neben dem Führerstandsfenster unterschiedlich dargestellt, Piko hat es aber völlig vergessen. Bei Roco fehlt die untere Trittstufe am Einstieg und bei Märklin sind die Trittstufen nicht durchbrochen. Roco hat als einziger die Türgriffstangen als Zurüstteile beigelegt (hier nicht montiert), auch bei Märklin sind sie freistehend. Die unterschiedliche Tiefe der Gravuren des Gehäuses fällt z. B. bei den Sandkästen auf.

Auf dem Dach sind auch einige Unterschiede zu erkennen. Die Stromabnehmer unterscheiden sich, besonders bei Piko fallen die nicht richtig nachgebildeten Stützisolatoren negativ auf. Auch die unterschiedlichen Farben der Isolatoren sind zu erkennen. Nur bei Fleischmann und Roco findet man Leitungsnachbildungen von den Isolatoren zum Stromabnehmer. Bis auf Piko haben alle die Windleitbleche vorbildgerecht dünn und hinterschnitten ausgeführt, Roco hat aber an Stützen gespart. Die Antenne beim Märklin Modell ist zu lang geraten, dafür haben bei Märklin und Piko die Dachkantenlüfter die richtige, feine Lamellenstruktur. Bei Piko wurden aber dort die 6 Schrauben nicht nachgebildet. Auch ist bei Piko das Dachlüftungsgitter zu grob geraten.

Die Drehgestellblenden zeigen weitere Unterschiede. Fleischmann und Märklin haben hier die größte Durchgestaltung, nur dort sind auch die Radscheiben plastisch gestaltet worden. Bei Piko ist die Blende deutlich flacher, bei Roco fehlen die Details konstruktionsbedingt von der Radnabe nach oben völlig, dafür ist Tiefe vorhanden. Da von der Blende wegen der tief herunter gezogenen Seitenschürze aber wenig zu sehen ist, fält dies alles nicht so sehr auf.

Weiter ist deutlich zu sehen, dass bei Piko als Vereinfachung die Sandkästen nur flach mit dem Gehäuse graviert wurden und dass der Indusi-Magnet fehlt. Der sitzt bei Piko leider am falschen Drehgestell.

Eigentlich ist ein Blick unter die Lok nicht unbedingt notwendig, denn wer legt sich auf der Anlage oder in der Vitrine die Lok schon auf den Kopf? Die unterschiedliche Ausgestaltung der Bodengruppe möchte ich aber doch zeigen.

Nach meiner Meinung ist kein Modell perfekt, aber es ist auch keines missraten. Man kann sie sogar alle nebeneinander in den Betriebshof stellen, ohne dass ein Modell negativ auffallen würde. Es bleibt jedem überlassen, was er für wichtig hält und wieviel Geld man ausgeben möchte. Das Schöne ist...der Modellbahner hat Auswahl.

bahnwahn Modellbahnwahn

Erstellt: 25.11.2008

Geändert: 26.11.2008